München Fast 300 Enkeltrick-Betrugsfälle
Fast 300 Betrugsfälle mit dem sogenannten Enkeltrick hat die Münchner Polizei für das laufende Jahr gemeldet. Betrüger geben sich dabei am Telefon als vermeintliche Verwandte aus und erleichtern meist ältere Menschen um zum Teil hohe Summen.
Bis Ende Juli 2012 wurden in der Landeshauptstadt und im Landkreis München 298 derartige Fälle angezeigt. In 17 Fällen gelang es den Betrügern, die älteren Menschen zur Auszahlung von Bargeld zu bewegen. Dabei entstand ein Schaden von über 500.000 Euro.
Zum Vergleich: 2011 wurden nur 59 Fälle (sechs davon vollendet) mit einem Schaden von 72.000 Euro gemeldet. Für die Opfer haben diese Straftaten oft existenzielle Folgen, da die Betrogenen teilweise Kredite aufnehmen oder ihre Konten überziehen, um ihren angeblich in Not geratenen Verwandten zu helfen.
Flyer sollen helfen
Die Münchner Polizei startet aus diesem Grund jetzt eine neue Aktion. Dazu werden rund 50.000 Flyer gedruckt, die unter anderem in Bankfilialen verteilt werden sollen. Außerdem wird es in der Landeshauptstadt und im Landkreis München zahlreiche Infostände geben, an denen die Polizei auch gezielt ältere Menschen anspricht, die unter Umständen Opfer solcher Straftaten werden könnten.
Auch Schalterpersonal soll gezielt ältere Kunden ansprechen, wenn diese größere Geldbeträge abheben wollen. Dies müsse allerdings äußerst sensibel geschehen, um die Kunden auch nicht zu bevormunden. Rund 2000 Bankmitarbeiter in über 200 Filialen in Südbayern sollen in den kommenden Wochen dafür trainiert werden.

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