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Schweres Zugunglück in der Oberpfalz Regionalzug rammt Transporter

Bei einem schweren Zugunglück nahe der Ortschaften Auerbach und Freihung (Lkr. Amberg-Sulzbach) sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein Regionalzug war in einen liegengebliebenen Schwertransporter gerast.

Stand: 09.11.2015

Bei dem Unglück im Landkreis Amberg-Sulzach war Donnerstagnacht ein Regionalzug an einem unbeschrankten Bahnübergang in einen liegengebliebenen Sattelschlepper gerast. Der Sattelschlepper hatte einen defekten Truck der US-Streitkräfte geladen, der auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr gebracht werden sollte.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der vordere Teil des Zugs zertrümmert und die Zugmaschine des Lastwagens abgerissen, beide Fahrzeuge fingen Feuer. Der Militär-Lastwagen blieb weitgehend unbeschädigt, allerdings brannten sowohl die Lokführerkabine, als auch der Führerstand des Transporters komplett aus. Zu einer Explosion kam es, entgegen ersten Erklärungen, nicht.

Die Polizei teilte mit, einer der Toten sei der 30 Jahre alte Fahrer des Transporters, der zweite Tote ist der 35-jährige Zugführer. Seine Leiche konnte erst Stunden nach dem Unglück aus den Trümmern geborgen werden. Vier Verletzte kamen in ein Krankenhaus, sie wurden zwischenzeitlich entlassen. Weitere 14 Reisende wurden in einem Raum im nahe gelegenen Gewerbegebiet ärztlich versorgt. Insgesamt war der Zug mit rund 40 Menschen besetzt.

Ermittler suchen nach Unfallursache

Der Regionalzug war auf dem Weg von Nürnberg nach Weiden, als er auf dem Bahnübergang Freihung den Transporter rammte. Wie schnell der Zug unterwegs war, ist noch unklar.

Züge könnten auf der Strecke aber bis zu 140 Kilometer pro Stunde fahren.

Der Bahnübergang war beschrankt, offenbar steckte der Schwertransport schon fest, bevor die Schranken sich senkten. Die Deutsche Bahn betonte, dass die Lichtzeichen und Halbschranken an dem kleinen Bahnübergang funktionierten. Sie seien erst unlängst bei einer Routineprüfung getestet worden. Bahnstrecke bis Sonntag gesperrt

Das Netz ist geschockt

In den sozialen Medien herrscht nach dem Zugunglück große Betroffenheit. "Wie bereits 2001 habe ich hier einen Kollegen verloren, mit dem ich gerne Kontakt hatte und Erinnerungen verbinde", schrieb ein Mann aus Oberfranken auf Facebook. Ein anderer, der seit 1997 bei der Bahn arbeitet, postete: "Ruhe in Frieden, Kollege. Viel Kraft den Angehörigen und Hinterbliebenen. Einfach nur furchtbar." Ein Nürnberger Kollege des Getöteten zeigte sich schockiert: "Das hätte auch ich sein können - mein Zug, mein Bahnübergang ... Zum Glück zu der Zeit schon daheim." Auch bei Anwohnern sitzt der Schock tief: "Echt schrecklich, wenn sowas vor deiner Nase passiert. Selbst mir zittern noch die Knie."


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