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USA und Brasilien verbünden sich Suche nach Impfstoff gegen Zika-Virus

Das gefährliche Zika-Virus breitet sich vor allem in Mittel- und Südamerika immer schneller aus. Jetzt machen sich die USA und Brasilien gemeinsam auf die Suche nach einem Impfstoff. Eine Expertengruppe wird damit beauftragt

Stand: 30.01.2016

Allein in Brasilien könnten bereits bis zu 1,5 Millionen Menschen mit dem Zika-Virus infiziert sein. Auch in die USA wurde der Erreger bereits eingeschleppt. Nun haben US-Präsident Barack Obama und Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff vereinbart, eine hochrangige Expertengruppe einzusetzen, die einen Impfstoff entwickeln soll. Die Krankheit wird durch Mücken übertragen und kann bei Ungeborenen schwere Fehlbildungen verursachen.

Fünf Fälle in Deutschland

Mittlerweile hat das Virus auch Deutschland erreicht. Seit Oktober wurden fünf Ansteckungsfälle registriert. Dabei handele es sich um Menschen, die in Risiko-Länder gereist seien, hieß es im Bundesgesundheitsministerium. Deutsche Gesundheitsbehörden empfehlen vor allem Schwangeren, Gebiete zu meiden, in denen das Zika-Virus grassiert.

Übertragung unwahrscheinlich

Die Gesellschaft für Virologie (GfV) sieht durch das Zika-Virus keine Gefahr für Deutschland. Es gebe derzeit "keinerlei Anzeichen" dafür, dass das Virus künftig über in Deutschland vorkommende Moskitos übertragen werden könnte.

"Das Zika-Virus wird sich nicht in Deutschland ansiedeln."

GfV-Virologe Christian Drosten

Kampf gegen Zika-Mücken in Brasilien

Die wenigen hierzulande bekannten Zika-Infektionen wurden demnach alle eingeschleppt. Ähnlich hatten sich zuvor bereits das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) und Tropenmediziner geäußert. Auch sie halten die Übertragungsgefahr in Deutschland für gering.

Meldepflicht für Arboviren

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) plant, eine Meldepflicht für sogenannte Arboviren einzuführen. Dazu gehört auch das in Südamerika grassierende Zika-Virus. Sämtliche Infektionen, die über Stechmücken übertragen werden, sollten künftig in den Bundesländern gemeldet werden, um das Infektionsgeschehen zu überwachen, erklärte eine Sprecherin. Über eine Änderung der Meldeordnung werde voraussichtlich Mitte März im Bundesrat abgestimmt.

Risikofaktor Gelbfiebermücke

Zika-Viren nutzen wie die Erreger des Denguefiebers die Mückenart Aedes Aegypti, um sich zu verbreiten. Die sogenannte Gelbfiebermücke kommt in Deutschland gar nicht vor. Eine weitere, mögliche Überträgerin, die Asiatische Tigermücke, gibt es nur sehr punktuell in Süddeutschland. Auch die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg erwarten keine Verbreitung des Virus durch eingeschleppte Fälle in Deutschland.

Sieben europäische Länder betroffen

Inzwischen wurde das Zika-Virus in mindestens sieben europäischen Ländern diagnostiziert. Es führt bei etwa 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu gefährlichen Fehlbildungen bis hin zur Mikrozephalie - einem extrem kleinen Kopf - führen kann. Der wissenschaftliche Beweis steht zwar noch aus, aber ein Zusammenhang gilt als sehr wahrscheinlich. Derzeit gibt es weder einen Impfstoff noch ein Medikament gegen das Virus.


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