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Forschungscampus "Zentrum für Digitalisierung" eröffnet

Bayern will den Anschluss bei den Zukunftstechnologien nicht verpassen. Die Minister Aigner und Spaenle haben in Garching das "Zentrum Digitalisierung" eröffnet. Am Forschungscampus der TU München soll ein Wissenschaftsnetzwerk entstehen.

Von: Rudolf Erhard

Stand: 27.07.2015

Vor rund 1.300 Gästen der in drei Hörsäle übertragenen Veranstaltung betonte Wirtschaftsministerin Ise Aigner (CSU) es werde nicht in Beton, sondern in Köpfe investiert. Das Digitale Zentrum vernetze Forschungs- Innovations- und Kooperationsplattformen. Digitale Anwendungen seien schon jetzt der führende Wachstumsmotor und man wolle in Bayern Silicon Valley nicht kopieren, sondern kapieren, so Wirtschaftsministerin Aigner. Es gehe darum, von digitalen Unternehmen nicht überrollt zu werden.

"Mit zerstörerischer Kraft drängen sie Anbieter, die oftmals auf jahrhunderte lange Entwicklung ihrer Unternehmen zurückblicken können, innerhalb weniger Jahre an die Wand und da werden wir in Bayern nicht tatenlos zuschauen."

Ilse Aigner, Bayerische Wirtschaftsministerin

Da sei ein staatlich initiiertes, wissenschaftlich inspiriertes und öffentlich kontrolliertes Zentrum für Digitalisierung unverzichtbar. Das Zentrum in Garching soll nun vieles koordinieren, meint Aigner. Es gehe um ein breites Spektrum, etwa "um das vernetzte Fahren oder die vernetzte Mobilität", und ganz generell "um die Industrie 4.0": Gesundheitstechnologien, Medien, Sicherheits- und Energietechnik, "die alle mittlerweile digital verbunden sind".

"Wir wollen eine Zukunftsaufstellung über Forschung, über Anwendungen, über die Wettbewerbsfähigkeit bei den mittelständischen Unternehmen mit einem Digitalbonus und Gründerzentren."

Ilse Aigner, Bayerische Wirtschaftsministerin

TU-Präsident: Die Jugend begeistern

TU-Präsident Herrmann lobte das 200 Millionen-Euro-Programm des Digitalen Zentrums Bayerns das Hochschul- außeruniversitäre und industrielle Forschung mit angewandter Entwicklung zusammenführen will.

"Wichtig ist, dass wir unsere Jugend begeistern und ihren Erfindergeist fördern, dass wir die unternehmerische Haltung der jungen Menschen verstärken."

Wolfgang Herrmann, TU-Präsident

Von Mobilität über Produktion- Medizin und Industrie  sollen künftig digitale Systeme steuern, kontrollieren und vernetzen von Welt-konzernen bis Startupfirmen so Siemens Chef Kaeser. "Entscheidend ist weniger die Größe eines Unternehmens, sondern eingentlich wie es mit der Veränderung umgeht", sagte Kaeser.

Die Wissenschaft soll mit 20 neuen Professuren bayernweit verteilt die digitale Entwicklung Bayerns unterstützen.

Zentrum für Digitalisierung Bayern

Das "Zentrum Digitalisierung Bayern" in Garching bei München, eine zentrale Geschäftsstelle mit zunächst einmal 10 Mitarbeitern, ist von den Verantwortlichen als elementarer Bestandteil der "Digitalisierungsstrategie" der Staatsregierung gedacht. Das Zentrum vernetzt künftig bestehende Forschungseinrichtungen und zwanzig neue Lehrstühle an Universitäten und Fachhochschulen in ganz Bayern. Der Freistaat hofft in den nächsten fünf Jahren auf 1.000 Neugründungen von Unternehmen in der Informations- und Kommunikations-Technologie.


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