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Wolfgang Petersen Unser Mann in Hollywood wird 75

Mit "Das Boot" gelang ihm der Durchbruch. Ob Harrison Ford, Clint Eastwood, Brad Pitt oder George Clooney: Alle haben schon die Regieanweisungen des Ostfriesen befolgt. Nun wird Wolfgang Petersen 75.

Stand: 14.03.2016

 Wolfgang Petersen | Bild: dpa-Bildfunk

Für sechs Oscars war "Das Boot" 1983 nominiert - bis heute Rekord für einen deutschen Film. Zwar ging der U-Boot-Thriller am Ende leer aus, aber es war der Startschuss für die Hollywoodkarriere des Regisseurs Wolfgang Petersen. Er hat mit Dustin Hoffman, George Clooney und Brad Pitt gedreht, doch seit dem Flop "Poseidon" vor zehn Jahren saß er nicht mehr im Regiestuhl - bis jetzt: An Weihnachten soll sein neuer Film "Vier gegen die Bank" in Deutschland anlaufen, mit Til Schweiger, Alexandra Maria Lara und Matthias Schweighöfer.

"Er hat's geschafft in Hollywood!" Diesen Satz kann man nicht über viele Deutsche sagen. Bei Wolfgang Petersen aber trifft er voll und ganz zu. Dustin Hoffman etwa hält Petersen für einen der ganz Großen:

"Was Wolfgang einzigartig macht, ist seine Fähigkeit, auch auf der großen Leinwand die kleinen Momente nicht zu vergessen. Er hält sozusagen eine Lupe auf einen Schauspieler."

Dustin Hoffman

Die große Geschichte im Kleinen erzählen - das machte Wolfgang Petersen schon 1981 in "Das Boot". Er lässt die Besatzung eines deutschen U-Boots den Horror des Zweiten Weltkriegs durchleben - mit den Figuren bewegt sich auch die Kamera durch die engen Gänge, aus denen es im Zweifel kein Entrinnen gibt.

Sechs Nominierungen, aber keinen Oscar

Dafür gab es gleich sechs Oscar-Nominierungen - bis heute Rekord für eine deutsche Produktion. Auch wenn der Film am Ende leer ausging, ermöglichte er Petersen den Sprung nach Hollywood: Petersen hatte sich davor eher mit feinfühligen Fernsehfilmen einen Namen gemacht - wie dem Tatort-Klassiker "Reifezeugnis" mit Nastassja Kinski und der schwulen Liebesgeschichte "Die Konsequenz", die dem Bayerischen Rundfunk 1977 so brisant schien, dass sich der Sender aus der Fernsehausstrahlung ausklinkte. "Das Boot" passte mit 260 Drehtagen und einem Budget von 25 Millionen Mark eher nach Hollywood als in die deutsche Filmlandschaft. Der Film wurde für sechs Oscars nominiert - bis heute Rekord für eine deutsche Produktion. Das öffnete Petersen die Türen in Hollywood:

Drei Kassenschlager in den 90ern

Wolfgang Petersen und der Schriftsteller Lothar-Günther Buchheim 1979 in dem original nachgebauten U-Boot für den Film "Das Boot".

In den 1990ern lieferte er gleich drei Kassenknaller ab: "In the Line of Fire" mit Clint Eastwood, "Outbreak" mit Dustin Hoffman und "Air Force One", in dem Harrison Ford als US-Präsident quasi eigenhändig die entführte Präsidentenmaschine zurückerobert. Wieder erzählt Petersen die große Geschichte, den Kampf gegen den Terrorismus, als Kammerspiel. Wolfgang Petersen ist berühmt für seine Action-Filme, gilt aber auch als ausgewiesener Schauspiel-Regisseur: Er hat einen hervorragenden Ruf in Hollywood, und das liegt sicher nicht nur daran, dass er bei all seinen Filmen eine Tradition pflegt: Die 11-Uhr-Suppe, die übers Kreativitätsloch am Vormittag helfen soll. Privat ist der Regisseur ein leidenschaftlicher Koch:

"Ich esse gerne, und deswegen koche ich auch gerne. Ich glaube, ich kann neben dem Borchardts in Berlin das zweitbeste Schnitzel machen - mit Gurkensalat."

Wolfgang Petersen

Nachdem der Film "Poseidon" 2006 ziemlich floppte, wurde es etwas still um Petersen. Doch zu seinem 75. Geburtstag steckt er wieder mitten in einer Produktion: "Vier gegen die Bank" führt den Hollywood-Mann zurück nach Deutschland - das Budget liegt bei einem Zwanzigstel dessen, was Petersens Film "Troja" mit Brad Pitt gekostet hat - aber das scheint ihn nicht zu kümmern:

"Nach langer, langer Zeit mal wieder einen Film in Deutschland zu machen, und dann auch noch eine Komödie, ist etwas ganz Wunderbares."

Wolfgang Petersen

Für Petersen schließen sich gleich mehrere Kreise, denn die Gaunerkomödie mit Til Schweiger, Alexandra Maria Lara und Matthias Schweighöfer basiert auf einem seiner deutschen Fernsehfilme aus den 1970ern. Zu Weihnachten soll der Film in die Kinos kommen.


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LiFe, Montag, 14.März, 11:45 Uhr

1. Filme machen

scheint in Amerika einfacher zu sein. Vorausgesetzt die Filmidee ist gut. Völlig unabhängig, ob der Filmschaffende einen großen Namen hat. Filme werden finanziell besser gefördert. Was im übrigen Wolfgang Petersen in Amerika zu arbeiten sehr gut getan hat.

Ein Buch, eine Veröffentlichung von 2008 hatte sich so gut verkaufen lassen, wegen der Neugier, die Erwartung wurde nicht erfüllt, das Buch wurde verfilmt, welch eine Verschwendung, und niemand spricht darüber. Buch und Film vergessen.

Es müssen wahre Talente entdeckt werden.