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Zufalls-Foto in Starnberg Der Wolf geht um - im Münchner Süden

Am 7. März hat die Kamerafalle ausgelöst. Mitten im Wald. Mitten im Landkreis Starnberg. Aufgenommen worden war ein Wolf. Und zwar so nah und scharf wie wahrscheinlich seit Jahrzehnten nicht mehr im Freistaat. Ein absoluter Zufallstreffer, darin sind sich die Experten einig. Der Wolf ist seitdem nicht mehr gesichtet worden.

Von: Mira Barthelmann

Stand: 24.03.2016

Seit Tagen durchstreifen Hans Weiß und Hartwig Görtler die Wälder rund um München - auf der Suche nach dem Wolf oben auf dem Foto. Bisher erfolglos. Und mit jedem Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Tier noch in Südbayern befindet. Das Bild des circa eineinhalb- bis zweijährigen Rüden entstand mit einer Fotofalle, die nur bei Bewegung auslöst.

"Man sieht an dem Bild jetzt verschiedene phänotypische Merkmale, die den Wolf ganz klar vom Hund, speziell vom Husky, unterscheiden. Der Wolf trägt seine Rute fast immer gerade, während der Husky die Rute meistens kringelt. Wir haben auch von den Fachleuten verschiedene andere Merkmale vermessen lassen. Wie ist das Maul insgesamt? Wie stehen die Ohren? Halslänge? Umfang? Also, man kann verschiedene Punkte fast schon kriminaltechnisch abgleichen."

Hartwig Görtler, Vorsitzender Kreisgruppe Starnberg, BJV (Bayerischer Jagdverband)

In Bayern wird der Wolf wohl nicht bleiben

Ein Malamute: Er sieht dem Wolf am ähnlichsten.

Woher der Wolf kam - ob aus Italien, vom Balkan oder der Lausitz -, ohne Genmaterial lässt sich das nicht klären. Daher kann man auch nicht eingrenzen, wohin sich der Rüde bewegt. In Bayern werden Wölfe aber wohl kaum sesshaft werden. Görtler: "Wir haben hier im Oberland kein Wolfshabitat. Der braucht weite Flächen, wenig Bevölkerung, wenige Straßen. Die Straßen sind nach wie vor der Hauptfeind des Wolfes. Und deswegen glaube ich nicht, dass wir hier die Möglichkeit haben, mittel- oder langfristig ein Wolfsrudel zu bekommen." Bejagt werden dürfen Wölfe nicht. Das sei auch nicht notwendig, denn für den Menschen seien sie absolut ungefährlich, sagt Görtler.


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