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Konkurrenz um Wohnraum Wohnungslosigkeit in München steigt dramatisch

Schon jetzt sind 5.500 Menschen in München akut wohnungslos, leben in Notunterkünften und Herbergen. Dazu kommen immer mehr anerkannte Flüchtlinge, die auch einen Anspruch auf eine Wohnung haben. Wie will die Stadt das Problem lösen?

Von: Beate Greindl und Ulrich Hagmann

Stand: 16.02.2016

Zettel mit Wohnungsgesuch | Bild: picture-alliance/dpa

Der teure Münchner Wohnungsmarkt ist angespannt wie nie zuvor: 5.500 Wohnungslose muss die Stadt jetzt schon in Notquartieren unterbringen.

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In den nächsten Monaten werden Tausende anerkannte Flüchtlinge zusätzlich auf den Markt kommen. Und auch sie brauchen eine bezahlbare Wohnung. In diesem Jahr wird mit rund 10.000 Wohnungslosen in der Stadt gerechnet.

Aussichtslose Situation

Report München zeigt Wohnungslose und Wohnungssuchende in aussichtslosen Situationen. Die Konkurrenz um günstigen Wohnraum steigt dramatisch, für die meisten wird es nur einen Platz im Wohnungslosensystem geben. Hier mietet die Stadt München oft Unterkünfte an, für die sie überhöhte Preise bezahlen muss. Rund 70 Millionen Euro gab die Stadt bereits im vergangenen Jahr für die Unterbringung von Wohnungslosen aus, damit haben sich die Kosten in nur zwei Jahren fast verdreifacht.

Amt: Flüchtlinge werden nicht bevorzugt

Antragsteller, die seit Jahren auf eine Sozialwohnung warten, fühlen sich durch die Flüchtlinge unter Druck gesetzt, befürchten noch mehr Konkurrenz. Rudolf Stummvoll, Leiter des Münchner Amtes für Wohnen und Migration, muss sich täglich mit Vorwürfen auseinandersetzen, Flüchtlinge würden bei der Wohnungsvergabe bevorzugt. An solchen Befürchtungen, so der Wohnungsamtsleiter, sei aber nichts dran. Alle würden gleich behandelt.

Reiter will anpacken

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter setzt auf den sozialen Wohnungsbau.  Auf die Frage, ob die Stadt nicht geschlafen habe und in der Vergangenheit viel zu wenig gebaut wurde, antwortet Reiter, er wolle nur nach vorne blicken. Es mache keinen Sinn, so Reiter, über die Versäumnisse anderer zu lamentieren, er wolle jetzt lieber die aktuellen Herausforderungen anpacken.

Fest steht allerdings schon jetzt: Alle bisher aufgelegten Programme werden den Bedarf bei weitem nicht decken.


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