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Immer mehr Wölfe in Bayern Schäfer schlagen Alarm

Der Wolf wird wieder heimisch in Bayern - doch was Naturschützer freut, sehen die Schäfer weniger positiv, denn in den vom Wolf bereits besiedelten Gebieten mehren sich die gerissenen Weidetiere. Wie die Herde also schützen?

Von: Sebastian Kraft

Stand: 18.06.2017

Wolf im Wald | Bild: picture-alliance/dpa

Ist ein Elektrozaun wirklich die Lösung, wenn der Wolf wieder in Bayern heimisch wird? 6600 Schäfer gibt es in Bayern, viele haben nur kleine Herden, Joseph Grasegger ist einer davon. Er ist kein Gegner des Wolfes, sieht aber viele Gefahren, da es in einigen Gegenden Deutschlands, wo der Wolf schon heimisch ist, fast täglich Übergriffe auf Schafe gibt.

"Wir haben in jeder Alm bei uns einen Hüter mit Hund dabei und der schaut auch täglich nach den Schafen: Nur der sieht halt nicht jeden Tag alle. Und die zusammen zu treiben, abends einpferchen, das ist unmöglich."

Joseph Grasegger, Schäfer

Unterstützung gefordert

Der Bund Naturschutz fordert deswegen: Die vielen kleinen Herden zu großen zusammen zu legen.

"Am allerbesten sind Elektrozäune, Herdenschutzhunde oder auch Hirten, die kosten aber Geld und da müsste der Freistaat Bayern, die Schafhalter, die Rinderhalter unterstützen finanziell und finanziell fördern. Alle Bundesländer machen das längst, in Bayern passiert es leider nicht."

Christian Hierneis, Landesvorstand Bund Naturschutz

Hirtenhunde können Wanderern gefährlich werden

Weil es nicht so einfach ist, entgegnet der CSU-Politiker Eric Beißwenger. Er ist selbst Schäfer, hält die Rückkehr des Wolfes für ein gelungenes Artenschutzprojekt.

Sagt aber auch: Herdenschutzhunde sind nicht unproblematisch, weil sie möglicherweise nicht zwischen einem Wolf und einem Wanderer mit Hund unterscheiden.

"Eine Bewirtschaftung, wie viele meinen mit Herdenschutzhunden ist natürlich gerade bei uns in den bayerischen Alpen nur schwer möglich. Weil die Herdenschutzhunde dann eine Gefahr für die Touristen und Wanderer darstellen würden, wahrscheinlich für die Menschen eine größere Gefahr wie der Wolf für die Menschen darstellt."

Eric Beißwenger, CSU-Landtagsfraktion

Wie viele Wölfe in Bayern schon leben, lässt sich schwer sagen. Es bilden sich wohl erste Rudel. Gut fürs Ökosystem - für das Zusammenleben mit Mensch und anderen Tieren müssen jetzt aber Lösungen gefunden werden.


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Selim, Sonntag, 18.Juni, 20:39 Uhr

5. der heilige Franziskus

lebte vor vielen hundert Jahren.
Die Geschichte vom Wolf von Gubbio ist nicht recht viel jünger.
...
Es ist ganz einfach nicht so, dass die Menschen immer klüger werden, je länger es die Menschheit gibt.
und noch etwas:
Da haben die Bayern den Löwen im Wappen, und kommen mit dem Wolf nicht zurecht?
Wo sind die klugen Köpfe, die Planer, die Manager?
Jedes Tote Schaf wird in Zukunft als Waffe gegen den Wolf benutzt werden, aber das ist einfach zu simpel.
So kann es heutzutage nicht mehr gehen!

  • Antwort von Barbara, Sonntag, 18.Juni, 21:16 Uhr

    Der Hl. Franziskus hatte nichts mit Wölfen zu tun, vielmehr hatte er gesagt: "Hütet euch vor den Wölfen im Schafspelz!"

  • Antwort von Klaus Leist, Sonntag, 18.Juni, 22:16 Uhr

    Hallo Selim, interessant! Der Mensch ist so klug geworden, dass er erkannt hat, dass Kriege keinen Sinn machen, und dass der Wolf ein liebenswertes Haustier ist. Brauchen Sie noch mehr Beispiele dafür, dass die Menschen seit Franz von Assisi "immer klüger werden"?

  • Antwort von Franz von Assisi ..., Sonntag, 18.Juni, 23:09 Uhr

    ... und die Legende vom Wolf von Gubbio.

Max , Sonntag, 18.Juni, 20:04 Uhr

4. Schutz

schön dass er wieder da ist.
Er ist übrigens streng geschützt.
Aus gutem Grunde...
Hoffentlich bleibt er uns erhalten!

Muller, Sonntag, 18.Juni, 19:03 Uhr

3. Wölfe

Es wäre schade, wenn ich keinen Bayernwanderurlaub mehr buchen könnte.
Bisher fühlte ich mich in den Bergen sehr wohl.

Klaus Leist, Sonntag, 18.Juni, 15:04 Uhr

2. Herdenhunde

Speziell für die Schafhaltung gibt es bestimmte Hunderassen, vor denen der Wolf durchaus Angst hat. Damit diese Hunde im Freien eingesetzt werden können, müssen sie entsprechend dressiert werden, damit sie nicht zufällige Passanten als Gegner ansehen. Das kostet viel Geld und ein Hund ist zu wenig. Der Elektrozaun hat sich als wenig wirksam erwiesen, hungrige Wölfe springen drüber weg. Es ist wieder so ein trauriges Kapitel: Vor lauter Freude über archaische Naturverhältnisse wurden die Mahner nicht Ernst genommen. Wer kommt jetzt für die Folgekosten auf? Ein Schäfer in Brandenburg hat seine Schafherde jetzt aufgegeben, nachdem er bereits zweimal einen Überfall durch Wölfe hatte. Unabhängig vom Schadensersatz, wer einmal die grässlich zugerichteten Opferschafe gesehen hat, dem zerbricht schier das Herz. Wir haben 1.000 Jahre Zivilisation einfach verschenkt.

  • Antwort von Rena, Sonntag, 18.Juni, 23:33 Uhr

    Hüte-Esel sollen nützlich sein, habe ich mir sagen lassen.

Bergbauer, Sonntag, 18.Juni, 13:46 Uhr

1. Der böse Wolf

Jetzt noch schnell ein paar tote Schafe in Reihe legen. Die Jäger werden bestimmt behilflich sein. Hat sich in anderen Bundesländer auch schon bewährt. Eine großzügige Entschädigung ist im Wahljahr immer drin.

  • Antwort von AS, Sonntag, 18.Juni, 15:53 Uhr

    Ja, diese Wölfe müssen für jeden Preis ausgerottet werden.
    Da ist jedes Mittel Recht.
    Wie viele Menschen werden von Hunden angegriffen? (Mich hat als Kind einer mit Tollwut gebissen.) Was wird gegen freilaufende Hunde getan? Wo sind die Jäger und die Schäfer?