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Reaktionen der Verbände Wirtschaft sieht Sondierungsergebnisse skeptisch

Die Ergebnisse der Sondierungen von Union und SPD stoßen in der Wirtschaft auf Kritik. Die Verbände füchten um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Von: Wolfgang Zehentmeier

Stand: 13.01.2018

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie und Handelkammertages (DIHK) | Bild: dpa/picture-alliance/Ulrich Baumgarten

Die deutschen Wirtschaftsverbände stehen den Sondierungsergebnissen eher ablehnend gegenüber. Denn, so der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, sie gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Die Zusage, die Steuer für Unternehmen nicht zu erhöhen, reiche angesichts sinkender Steuern in Ländern wie den USA, China, Großbritannien oder Frankreich nicht aus. Zumal solle die Wirtschaft an anderer Stelle zusätzlich mit Lohnzusatzkosten, Bürokratie und Regulierung belastet werden, kritisiert Schweitzer.

"In der Steuerpolitik hat die nun wohl mögliche Koalition die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Bei der deutschen Wirtschaft kommt die Botschaft an: Eine Entlastung fällt trotz historisch einmaliger Steuerzuwächse für die allermeisten Unternehmen erst mal komplett aus."

Eric Schweitzer, DIHK-Präsident

Ablehnung der Paritätischen Krankenkassenfinanzierung

Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) kritisiert die Absicht der Sondierer, besonders untere und mittlere Einkommen bei der Steuer zu entlasten, sowie die geplante Rückkehr zur paritätischen Finanzierung des Gesundheitssystems.

"Die SPD-Forderung, Arbeitgeber bei den Kosten der Zusatzbeiträge der Krankenkassen zur Hälfte zu beteiligen, lässt die Sozialbeiträge steigen und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe."

Holger Schwannecke, ZDH-Generalsekretär

Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer spricht von einem "teuren Rückschlag", der die Unternehmen rund 5 Milliarden Euro jährlich koste.

"Fakt ist: Schon bisher tragen wir als Arbeitgeber mehr als die Hälfte der Krankheitskosten. Wenn wir von wirklicher Parität sprechen wollen, dann müssen wir die Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall mit einbeziehen"

Ingo Kramer, Arbeitgeberpräsident

Und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann mahnte die möglichen Groß-Koalitionäre, Rahmenbedingungen für mehr Wachstum zu schaffen.

"Insofern sollte bei anstehenden offiziellen Koalitionsverhandlungen nicht nur über die Verteilung des vorhandenen Kuchens, sondern auch über die Vergrößerung desselben gesprochen werden."

Jens Weidmann, Bundesbank-Präsident


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Kommentare

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Bernhard, Samstag, 13.Januar, 17:30 Uhr

1. Jeder ist sich selbst der Nächste.

Da ist die CSU und CDU nicht besser als alle Menschen.
Und auch ich denke, es kann ja so nicht weitergehen.
Sonderegeln bei der Erbschaft ja gerne. Zu Lasten der Steuerzahler.
Als Dank jedes Steuerschlupfloch legal und oft auch illegal ausnützen, zu Lasten der Steuerzahler.
Im großen Stiel betrügen. Z.B. VW und einige mehr, wieder zu Lasten der Bevölkerung.
Da hört man von den gewählten Vertretern der Wirtschaft herzlich wenig.