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Stunde der Wintervögel Endspurt bei der Zählung am Futterhaus

Die Resonanz der bayerischen Hobbyornithologen bei der Inventur am Futterhaus ist riesengroß: Über 7.000 Naturfreunde haben bisher im Freistaat von 2.700 Orten über 200.000 Vögel gemeldet - und minütlich werden es mehr.

Von: Ruth Petscharnig

Stand: 10.01.2016

Dabei liefern sich Kohlmeise, Feld- und Haussperling ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz. Wie im letzten Jahr im Moment auf Platz 1: die Kohlmeise.

Der Haussperling holt jedoch auf und liefert sich mit dem Feldsperling einen Wettkampf um Platz 2. „Das bleibt spannend bis zum Schluss. Schließlich können die Meldungen noch bis zum 18. Januar beim LBV eingereicht werden“, so Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz.

Blaumeise und Amsel streiten sich um Platz 4, wobei sich die Amsel heute im Laufe des Tages einen kleinen Vorsprung herausarbeiten konnte. 2015 war am Ende die Amsel Vierter. 

 Der neue Star der Aktion: Der Erlenzeisig

Der Erlenzeisig kann jetzt als Shooting Star dieser wissenschaftlichen Mitmach-Aktion gekürt werden, denn er hat sich auf Platz 6 vorgekämpft. „Jeder dritte Bayer hat an diesem Aktionswochenende einen Erlenzeisig gesehen,“ freut sich Markus Erlwein. Mit über 11.000 Individuen wurden bereits zur Zwischenbilanz doppelt so viele der kleinen gelbgrün-gestreifte Finken gezählt, wie jeweils in den letzten beiden Jahren insgesamt. So bekam in den Vorjahren nur jeder zwölfte Bayer auch nur einen halb so großen Schwarm zu sehen wie 2016.

Der Erlenzeisig profitiert vom heißen und trockenen Sommer sowie dem milden Winter. Amseln und Meisen haben deshalb häufiger gebrütet - bis zu viermal. Gute Brutbedingungen und ausreichend Nahrung waren ideal, um den Vogelnachwuchs hochzupäppeln. „Der heiße Sommer 2015 hat uns also viele Jungvögel beschert“, resümiert LBV-Biologe Alf Pille.

Der Stieglitz: Vogel des Jahres 2016

 Wer am diesem Wochenende bei Deutschlands größter Mitmachaktion einen Blick aus dem Fenster warf, hatte gute Chancen, einen Stieglitz bestaunen zu können.

Große Freude daher bei den Umweltschützern, dass der Vogel des Jahres bei der „Vogelinventur im heimischen Garten“ recht häufig zu sehen war. Der Stieglitz hat sich damit vom 20. auf den 13. Platz vorgekämpft.

Kein Ruhmesblatt für den Star

In diesem Jahr konnten die Hobbyornithologen im Freistaat deutlich weniger Stare beobachten, was darauf schließen lässt, dass die Zugvögel heuer in der Mehrzahl nicht in Bayern überwintern, sondern im Mittelmeerraum. So sehr sich die Naturschützer über den Vogelboom freuen, er ist wohl eine Ausnahme: „Ein harter Kälteeinbruch oder ein nasser Sommer, und die Bestände brechen wieder ein", bilanziert Markus Erlwein.


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Los Muertos, Sonntag, 10.Januar, 23:58 Uhr

1. 200000 bunte Vögel

Dieser massenhafte, unkontrollierte Zuzug von bunten Vögeln muss endlich begrenzt werden!