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Windenergie in Bayern Ein laues Lüftchen

Trotz der bayerischen 10H-Sonderregel für den Mindestabstand zu Siedlungen sind in diesem Jahr noch viele neue Windräder in Bayern in Betrieb gegangen. Das wird sich jedoch bald ändern, prophezeit der bayerische Ableger des Bundesverbands Windenergie.

Von: Lorenz Storch

Stand: 28.06.2017

Ein Windrad hinter einer Neubausiedlung in Schwaben | Bild: picture-alliance/dpa

Vor allem im Norden des Freistaats ist vom vorher gesagten Aus für den Windkraftausbau in Bayern noch nichts zu sehen. Im ersten Quartal dieses Jahres sind bayernweit noch einmal 50 neue Windräder entstanden – ein Rekord, so der Windkraftverband. Und fast alle in Franken, mit einem Schwerpunkt in Oberfranken. Vor allem die Kreise Wunsiedel, Kulmbach, Bamberg und Bayreuth bekamen viele neue Anlagen. Weitere entstanden in den Kreisen Ansbach, Würzburg, Neumarkt/Oberpfalz und Tirschenreuth.

Den Einbruch in Sichtweite

Das besagt die 10H-Regelung

Die 10H-Mindestabstandsregel besagt, dass Windräder im Normalfall den zehnfachen Abstand ihrer Höhe zur Wohnbebauung einhalten müssen. Ausnahmen gelten, wenn die Gemeinde einen eigenen Bebauungsplan für die Windräder erstellt.

Allerdings waren so gut wie alle Anfang 2017 gebauten Windkraftanlagen noch nach altem Recht genehmigt, hat eine Erhebung des Windkraftverbands ergeben. Gerade einmal zwei Anlagen sind mit 10H gebaut worden, nahe Königsfeld bei Bamberg.

Die Branche sieht daher – obwohl der Augenschein bisher dagegen spricht - die Diagnose vom Niedergang des Windkraftausbaus im Freistaat bestätigt. Der Vorrat an alten Genehmigungen geht langsam zur Neige: 136 waren es noch zum letzten Stichtag Ende März, außerdem 78 noch nicht entschiedene Verfahren. Und neue Anträge gehen seit dem Inkrafttreten der 10H-Regel nur noch vergleichsweise wenige ein: 2016 waren es 43 - gerade einmal ein Zehntel vom Höchststand 2013. Damals waren es noch 400 neue Anträge.


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