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Mögliche Jamaika-Koalition Wie die Parteien zu befristeten Jobs stehen

Union, FDP und Grüne haben noch einen weiten Weg vor sich: Es gibt einige Streitpunkte zwischen den Parteien, die einer gemeinsamen Koalition im Weg stehen. Einer davon ist die Frage, wie man mit Befristungen von Jobs umgehen soll.

Von: Birgit Harprath

Stand: 06.10.2017

Ein Mann unterschreibt einen Vertrag | Bild: picture-alliance/dpa

Fast zehn Prozent der Beschäftigten in Deutschland haben einen Job nur auf Zeit – Tendenz steigend. Das hat jüngst das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit errechnet. Oft wird sachgrundlos befristet. Diese Möglichkeit abzuschaffen war eine Forderung im Wahlkampf und sie könnte zum Streitthema bei den Gesprächen zu einer Jamaikakoalition in Berlin werden.

Arbeitgeber wollen "flexible Personalpolitik"

3,2 Millionen Beschäftigte haben einen Arbeitsvertrag mit Verfallsdatum. In der Hälfte der Fälle nennen die Arbeitgeber dafür laut Umfragen keinen Grund. Müssen sie auch nicht. Bis zu zwei Jahre dürfen sie einen Mitarbeiter einstellen, auch wenn er nicht eine kranke oder schwangere Arbeitskraft ersetzt oder in einem zeitlich befristeten Projekt eingesetzt ist. An dieser sachgrundlosen Befristung wollen die Arbeitgeberverbände festhalten, um in der Personalpolitik flexibel zu sein ohne gleich eine Kündigung aussprechen zu müssen. Außerdem könne man neue Mitarbeiter so erst einmal testen.

Konfliktlinien zwischen FDP, Union und Grünen

Die FDP sieht das auch so und will im Teilzeit- und Befristungsgesetz nichts ändern. Die Union dagegen hat laut Wahlprogramm vor, den Missbrauch von Befristungen abzustellen – wie genau lässt sie dabei offen. Und die Grünen stellen sich auf die Seite der Gewerkschaften: auch sie fordern das Aus für Zeitverträge ohne Angabe von Gründen. Ihr Argument: die Beschäftigten und ihre Familien bräuchten finanzielle Sicherheit und zum Testen reiche die Probezeit von sechs Monaten.


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bergundtal, Freitag, 06.Oktober, 16:22 Uhr

2. Probezeit viel zu lang

Eine Probezeit von 3 Monaten langt vollkommen - in dieser Zeit muss ein Arbeitgeber erkennen ob der neue Mitarbeiter was kann oder nicht . 6 Monate sind ausbeuten. z.B. Saisonbeschäftigung in der Gastronomie von Mai bis Oktober das sind 6 Monate und dann noch 6 Monate Probezeit, da kann sich doch jeder denken was nach diesen 6 Monaten passiert. Servus bis zum nächsten Mai.

Squareman, Freitag, 06.Oktober, 11:11 Uhr

1. Abschaffen

Die grundlose Befristung gehört abgeschafft, ohne wenn und aber. Aber leider ist das nur ein frommer Wunsch, wir alle wissen ja was Wahlversprechen wert sind.