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Digitale Sicherheit Wie einer Oberpfälzerin im Netz die Identität geklaut wurde

Auf der vierten Munich Cyber Security Conference in München haben Experten auf zunehmende Angriffe in Sachen Identitätsklau hingewiesen. Ein Opfer dieser Machenschaften wurde auch Claudia Heckl. Hunderte Euro sollte die Oberpfälzerin zahlen.

Von: Sabina Wolf

Stand: 15.02.2018

Datensicherheit | Bild: picture-alliance/dpa

Die zunehmende Angriffe verursachten im vergangenen Jahr weltweit Schäden von über 150 Mililarden Euro. EU-Sicherheitskommissar Julian King fordert die Industrie auf, Verantwortung zu übernehmen: "Der private Sektor spielt da eine große Rolle. Wir alle müssen Daten schützen die Sicherheit der Daten und die Privatsphäre. Aber noch wichtiger ist, wir müssen die Belastbarkeit des ganzen Systems erhöhen. Denn es gibt da zu viele Akteure, die uns mit ihren kriminellen Aktivitäten schaden wollen."

Daten beim Surfen abgegriffen

Jährlich 50 Millionen Euro Schäden durch Cyber-Kriminalität entstanden laut BKA 2016 allein in Deutschland. Auch Claudia Heckl aus Maxhütte bei Regensburg ist ein Opfer. Sie erhielt Rechnungen und Mahnungen, obwohl sie gar nichts bestellt hat. Irgendjemand kaufte da mit ihren Daten ein und das auf ihre Kosten:

"Gerichtliches Mahnverfahren, 865 Euro. Wieder und wieder und wieder ist was gekommen. Ich habe da schon richtig Angst gehabt, dass da der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht."

Claudia Heckl

Claudia Heckls Daten wurden beim Surfen im Netz abgegriffen. Die Oberpfälzerin konnte aber nachweisen, dass sie die Waren nicht bestellt hatte und musste daher auch nicht zahlen. Wer das nicht nachweisen kann, muss dagegen zahlen.

Milliarden von persönlichen Datensätzen werden im Darkweb angeboten, für ein paar Dollar schon. Für falsche Identitäten, Pässe oder Bankdaten, auch aus Bayern.

Besonders Unternehmen, das wurde auf der Münchner Konferenz mehrfach betont, sollen bessern Schutz für Verbraucherdaten anbieten.

"Ist da eine absolute Sicherheit möglich? Nein, auf keinen Fall. Aber genau daran muss man arbeiten, denn nicht alles - wie bei den klassischen Banknoten - ist sicher. Aber da muss man den Fälschern immer einen Schritt voraus sein."

Ralf Wintergerst, Giesecke+Devrient im Bayerischen Rundfunk

Staatliche Regulierung gefordert

Rainer Baumgart von Secunet fordert staatliche Regulierung, "dass auch gesetzgeberische Auflagen zu erfüllen sind, die kontrolliert werden und durchgesetzt werden. Das beispielsweise Sicherheitstechnik eingesetzt ist, wirksame Sicherheitstechnik und diese Sicherheitstechnik geprüft und nachgewiesen wird. Und das hochwertig und nicht aus Kostengründen nur Placebos verteilt werden und man freut sich dass nicht passiert."

Denn mit den wohlgemeinten und durchaus richtigen Appellen, wie zum Beispiel die Software pünktlich upzudaten und Passwörter sicher zu gestalten, werden Verbraucher wie Claudia Heckl ihre digitale Sicherheit kaum schützen können.


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