2

Landtag verabschiedet neunjähriges Gymnasium Wie das G9 in Zukunft aussehen soll

Erst neun Jahre – dann acht Jahre – und jetzt wieder neun. Die Rückkehr Bayerns zum neunjährigen Gymnasium ist perfekt. Und inzwischen sind fast alle dafür: Der Bayerische Landtag hat das Gesetz heute mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen. Einstimmigkeit herrscht auch darüber, dass beim neuen G9 alles anders werden soll - nur wie?

Von: Lorenz Storch

Stand: 07.12.2017

Die Fünftklässler im nächsten Herbst werden ein neues, neunjähriges bayerisches Gymnasium beginnen – so viel ist jetzt endgültig klar. Wie ihre Schulkarriere weiter geht, jedoch noch nicht. Wie die neue Oberstufe aussehen soll?

Details zum G9 werden nachgeliefert

"Wir sprechen natürlich über die Weiterentwicklung der neuen gymnasialen Oberstufe."

Ludwig Spaenle, bayerischer Kultusminister

Aber das wird noch eine Weile dauern, zumal Spaenle erst ein neues Rahmenabkommen der Länder-Kultusminister zum Thema abwarten will. Und die Überholspur für begabte Schüler? Soll kommen, aber wie genau ist noch unklar: "Deshalb ist die Ausgestaltung dieses Elementes etwas, das wir in diesem Schuljahr und noch ins Jahr 18 hinein gestalten werden," sagt Spaenle

Auf das Angebot eines Extra-Auslandsjahrs für die guten Schüler könnte es hinauslaufen, deutet Spaenle an. Auch wenn also an der Ausgestaltung noch gefeilt werden muss – der Einführung des neunjährigen Gymnasiums im nächsten Herbst steht nichts im Wege, verspricht der Kultusminister.

"Die gymnasiale Schulfamilie kann sich darauf verlassen, dass alles zeitgerecht auf den Tisch kommt. Die Lehrpläne und die Schulbücher für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe, die im Herbst kommenden Jahres startet, werden rechtzeitig vorliegen."

Ludwig Spaenle, bayerischer Kultusminister

Tausend neue Lehrer fürs G9

Und die für die anderen Jahrgangsstufen dann später nachgeliefert. Den Freien Wählern geht das alles zu langsam. Michael Piazolo spricht von Schlafmützigkeit der CSU, und mahnt, auf jeden Fall die mindestens 1.000 zusätzlich benötigten Lehrer rechtzeitig einzustellen. Auch wenn man sie (rein rechnerisch) erst 2025 bräuchte, wenn es erstmals wieder eine 13. Klasse gibt.

"Da darf man natürlich nicht warten, denn dann kriegt man in entsprechender Zahl nicht qualifizierte Lehrer. Sondern man muss jetzt schon überlegen, wie man dieses Ziel erreichen kann. Also jetzt schon mit den Einstellungen beginnen. Wir haben sehr viele gute Referendare, die auf ein Angebot warten."

Michael Piazolo, Freie Wähler

Veränderung in den Gymnasien tut not

Zu viel Hin und Her beim Gymnasium und zu wenig Ehrlichkeit der CSU, moniert der SPDler Martin Güll. Ihm kommt im Gesetz der CSU das selbstbestimmte Lernen zu wenig vor: "Das ist doch nicht etwas, wo die Kinder dasitzen und Däumchen drehen. Da machen sie doch Deutsch, Mathe, Englisch oder was auch immer," so Güll. Und der Grüne Thomas Gehring meint:

"Ein modernes Gymnasium wird keine Rückkehr zur alten Halbtagsschule werden. Es wird in Zukunft eine ganztägige Schule sein müssen."

Thomas Gehring, Bündnis 90 / Die Grünen

Es soll ein neues neunjähriges Gymnasium werden – und nicht einfach die Rückkehr zum alten – da sind sich alle Fraktionen einig. Klar ist: Das bayerische Gymnasium wird fürs erste eine Baustelle bleiben.


2