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Wetter in Bayern War's das mit dem Hochsommer?

Temperaturstürze um bis zu zehn Grad, Regen und Gewitter: Zum Wochenende wird das Wetter ungemütlich. Der Hochsommer lässt sich erstmal nicht mehr blicken. Dafür können wir uns laut Wetterexperten auf eine andere "Jahreszeit" freuen - pünktlich zum Oktoberfest.

Von: Anne Hemmes

Stand: 30.08.2017

Zwei Passanten sitzen am 11.08.2017 auf dem Viktualienmarkt in München bei Regen in einem leeren Biergarten auf einer Bank. | Bild: picture alliance / Peter Kneffel / dpa

In zwei Tagen ist meteorologischer Herbstanfang und dieses Jahr hält sich das Wetter offenbar an diesen Stichtag: Ab Freitag wird es spürbar kühler. Maximal 19 Grad sind dann zu erwarten und es gibt mehr Wolken als Sonne und zeitweise auch Regen. Tage mit 25 Grad und mehr werden nun seltener, teilweise wird es auch schon herbstlich durch Frühnebel oder kühle Morgenstunden. War es das also mit dem (Hoch-)Sommer für 2017?

BR-Wetterexperte Michael Sachweh

Mehr als zehn Tage in die Wetter-Zukunft zu schauen, mündet in reiner Spekulation, sagt BR-Wetterexperte Michael Sachweh. Solche mittelfristigen Berechnungen hätten eine geringe Zuverlässigkeit. "Worauf man aber hoffen kann - und das mit gutem Grund, weil die langjährige Wetterstatistik dies zeigt - ist die hohe Wahrscheinlichkeit für eine längerfristige Schönwetterperiode von Mitte bis Ende September", sagt Sachweh. Es gibt also Hoffnung auf einen sogenannten "Altweibersommer" pünktlich zur Wiesn-Zeit.

"Hundstage" enden im August

Die "Hundstage" mit Temperaturen über 30 Grad werden nun seltener.

Dass das Wetter so ausfällt, wie der Kalender es vorgibt, ist generell selten, passiert in Süddeutschland aber eher als in Norddeutschland, sagt Sachweh. Statistisch betrachtet, können wir uns in Bayern in etwa in drei von vier Jahren auf diese Schönwetterperiode im Herbst verlassen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Manchmal fällt der Altweibersommer aus. Und - auch wenn es extrem selten ist - wird es manchmal sogar winterlich, so Sachweh. Am 24. und 25. September 2002 lag während der Wiesn Schnee.

Was die einen vielleicht ärgert, dürfte andere freuen: Nicht jeder verträgt oder mag die sommerliche Hitze. Aber Ende August enden die sogenannten "Hundstage", denn die größte Wahrscheinlichkeit echter Hitzewellen mit Temperaturen von 30 Grad und mehr dauert von Mitte Juli bis Mitte/Ende August. "Das hängt auch damit zusammen, dass die Erwärmungskraft der Sonne nun nicht mehr die Kraft hat wie im Hochsommer", erklärt Sachweh. Das Maximum der Erwärmungskraft ist Ende Juni und die Nächte dauern inzwischen deutlich länger, daher fällt auch die nächtliche Abkühlung stärker aus.

Warum besonders warmes Wetter heuer im September unwahrscheinlich ist

Der September war in den letzten Jahren, laut Michael Sachweh, oft wärmer als ein durchschnittlicher September. Aber dass wir heuer in Bayern wieder einen solch traumhaft warmen und sonnigen September wie im vergangenen Jahr bekommen, bezweifelt Sachweh.

"Dieser Sommer war unterm Strich schon wärmer als normal; das wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn sich nahtlos ein Super-September anschließen würde."

BR-Wetterexperte Michael Sachweh

Wettergefahren in den nächsten Tagen

In Bayern gibt es in den nächsten Tagen ein paar Wettergefahren, sagt Michael Sachweh. Am Donnerstag kann es örtlich heftige Gewitter geben. Nachfolgend sind bis Samstag zunächst in Süd- und Ostbayern große Regenmengen möglich. Zum Wochenende gibt es Hochwassergefahr vor allem in Alpennähe.

Unwetter in den vergangenen Monaten

So sah der Sommer 2017 auch aus: Starkregen in Berlin.

Im Sommer 2017 gab es auch einige heftige Unwetter und Starkregen. Im Juni und Juli waren Nordrhein-Westfalen und Berlin besonders stark betroffen. In Köln fielen am 19. Juli 95 Liter pro Quadratmeter - innerhalb von Minuten standen Straßen und Keller unter Wasser. In Berlin wurde auf Grund des Starkregens zeitweise sogar der Ausnahmezustand ausgerufen, es gab Bilder von U-Bahn-Treppen, die eher an Wasserfälle erinnerten.

Bayern war im August von schweren Unwettern betroffen. Orkanartige Sturmböen verwüsteten Teile der niederbayerischen Wälder. Im Landkreis Passau herrschte vorübergehend Katastrophenalarm.


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Waldmann, Mittwoch, 30.August, 21:48 Uhr

4. War's das mit dem Hochsommer.

Höchste Zeit, daß die schwülwarme Luft verschwindet. Jetzt kommen wieder angenehmere Temperaturen um nachts besser Schlafen zu können.

bergundtal, Mittwoch, 30.August, 20:43 Uhr

3. Schade

Schade das die Wärme geht - jetzt wo ich Urlaub hab kommt der Regen

Geli, Mittwoch, 30.August, 15:32 Uhr

2.

wir haben Ende August was soll das Gejammere?

Es gibt da zwei Bauernregeln die einigermaßen zutreffen.

Um St. Augustin(28.08.) gehen die warmen tage hin.

Wie das Wetter an Laurentius(10.08.) und an Bartholumä(24.08) wird der Herbst sei lau sei rauh.

Rosl, Mittwoch, 30.August, 14:27 Uhr

1. Das Wetter in fünfzig Jahren

"Mehr als zehn Tage in die Wetter-Zukunft zu schauen, mündet in reiner Spekulation, sagt BR-Wetterexperte Michael Sachweh."

Aber heute möchte man bereits wissen, wie das Wetter in 50 Jahren nach dem"Klimawandel" sein soll. Ist ja lustig!

  • Antwort von Truderinger, Mittwoch, 30.August, 16:36 Uhr

    Sie vermischen hier Wetter (also eine Kurzzeitbetrachtung) mit Klima (einer Langfristbetrachtung). Eine Langfristbetrachtung kann man aus den Werten der Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben. Wer sich die Klimadaten der vergangenen 50 Jahre ohne ideologisch verblendete Brille ansieht, sieht den Trend eindeutig. Schreibt man diesen Trend für die nächsten 50 Jahre fort, kommt man unweigerlich zu katastrophalen Erkenntnissen. Das Wetter von vor 10 Tagen lässt im Gegensatz dazu keine Rückschlüsse auf das Wetter in zehn Tagen zu. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
    Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

  • Antwort von Rosl, Mittwoch, 30.August, 18:16 Uhr

    Klima-Koryphäe aus Trudering:
    Jetzt erklären Sie mir mal folgendes: Wenn Ihren Worten nach das Wetter nichts mit dem Klima zu tun hat, warum schließen Sie dann vom Klima auf das Wetter?
    Sie müssen noch fleißig das logische Schlußfolgern üben oder Sie vielleicht haben Sie auch die Weltenformel entdeckt. Mit dünkt eher ersteres, denn zweiteres haben ja schon die grün-rot-schwarzen Schul- und Studienversager erfunden.

  • Antwort von Alternatives Fakten Desaster, Mittwoch, 30.August, 21:24 Uhr

    @ Rosl: Lernen sie er einmal den Unterschied zwischen Wetter und Klima, dann reden wir weiter.