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Immer weniger Organspender Deutsche profitieren von Organspenden aus dem Ausland

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist auf ein historisches Tief gefallen. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr Organe transplantiert, als bundesweit gespendet wurden. Die lebensrettenden Organe wurden zum Teil aus dem Ausland importiert.

Stand: 13.01.2018

Symbolbild Organspende: Transplantationsmediziner entnehmen einem Verstorbenen das Herz. | Bild: picture-alliance/dpa/Bernd Wüstneck

Im vergangenen Jahr wurden 769 deutschen Spendern Organe entnommen. Das sind acht Prozent weniger als im Jahr 2016. Das weist die Statistik des Eurotransplant (ET)-Verbunds aus, dessen Zahlen am Montag offiziell vorgestellt werden, vorab aber bereits im Internet veröffentlicht wurden.

Mehr Organe importiert, als exportiert

Laut Zahlen der Deutschen Stiftung Organstransplantation (DSO) wurden 175 Organe mehr aus den ET-Mitgliedsstaaten transplantiert, als aus Deutschland dorthin abgegeben wurde.

Spritzen und Operationsbesteck waehrend einer Nierenimplantation

Damit profitiert Deutschland von der Spendenbereitschaft in anderen Ländern, wie Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Ungarn, Kroatien, Österreich oder Slowenien, die dem Eurotransplant (ET)-Verbund angehören, der über nationale Grenzen hinweg Herzen, Nieren, Lungen oder Lebern vermittelt. So wurden beispielsweise von den insgesamt 3.130 gespendeten Nieren 1.347 nach Deutschland gegeben. Es ist zudem das häufigste Organ, das über Eurotransplant vermittelt wurde. An zweiter Stelle steht das Herz. Es wurde insgesamt durch die Organisation 548 Mal für eine Transplantation freigegeben, davon 250 Organe nach Deutschland.

Acht Prozent weniger Spender als 2016

Die Zahl der Spender hierzulande dagegen sinkt. Deutschland liegt im europaweiten Vergleich auf einem der hinteren Plätze. Nur in Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien gibt es noch weniger Organspender im Vergleich zur Einwohnerzahl.

Weniger als zehn Spender pro einer Millionen Einwohner

In Deutschland liegt die Spenderzahl auch erstmals unter der Marke von zehn pro einer Million Einwohner. Diese Zahl gilt laut Eurotransplant als Mindestmaß für ein ernstzunehmendes Spendensystem.

In Bayern stieg die Zahl der Organspender

Erst im Dezember gab Gesundheitsministerin Melanie Huml eine positive Entwicklung bei den Organspendern in Bayern bekannt. Danach stieg die Zahl im Jahr 2017 an und lag sogar über dem Niveau vom Vorjahr. Bis Ende November dieses Jahres waren nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation in Bayern 130 Menschen zu einer Organspende bereit. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es nur 115 - und lediglich 121 im ganzen Jahr 2016. Im März 2018 wird das bayerische Gesundheitsministerium die erfolgreiche Internet-Kampagne "Keine Ausreden. Entscheide Dich jetzt!" neu auflegen.


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Kommentare

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Elisabeth, Samstag, 13.Januar, 14:27 Uhr

1. Ein anderes Gesetz muß her!

Ich weiß doch ganz genau, was in Göttingen an der Universitätsklinik für eine haarsträubende Vorgehensweise war bei dem Organspendeskandal vor einigen Jahren. Das darauf hin dies mißtrauisch von vielen beäugt wurde, kann ich deshalb sehr gut nachvollziehen.
Warum ist nicht jeder ein Spender, wenn er nicht explizit einen Ausweis bei sich trägt wo daraus ersichtlich ist, daß er KEIN Organspender sein möchte. Solche Staaten gibt es nämlich auch in Europa.