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Aschermittwoch Von schwimmenden Hirschen und starkem Bier in der Fastenzeit

Wenn die Fastenzeit am heutigen Aschermittwoch beginnt, üben sich viele Menschen im Verzicht. Gefastet wird traditionell Fleisch, mittlerweile auch Süßes, Alkohol oder das Smartphone.

Von: Emilie Brummel

Stand: 13.02.2018

ARCHIV - ILLUSTRATION - 09.06.2009, Bayern, München: Die Bildkombo zeigt eine junge Frau die von einer Tafel Schokolade abbeißt, ein Glas mit Schnaps vor Flaschen mit Spirituosen und einen rauchenden Mann mit einer Zigarette. Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit - und viele Menschen überlegen sich, worauf sie in den Wochen bis Ostern verzichten könnten. (zu dpa «Kontrastprogramm nach dem Fasching: Asche und Fasten» vom 11.02.2018) Foto: dpa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/dpa

40 Tage dauert die Fastenzeit und gilt als Vorbereitung auf das Osterfest. Die Deutschen verzichten am ehesten auf Süßes, gefolgt von Alkohol, Fleisch und Zigaretten. Das ergab eine Forsa-Umfrage aus diesem Jahr. Besonders junge Menschen, zwischen 18 und 29 Jahren begeistern sich für den Verzicht. 62 Prozent von ihnen haben bereits einmal gefastet.

Wie man sich durch die Fastenzeit mogelte

Im Mittelalter stand auf dem Speiseplan in den Fastentagen kaum etwas drauf - weder Eier, Käse noch Milch waren erlaubt. Seit Papst Julius III. besteht das Fasten hauptsächlich aus Fleischverzicht. Um das Fleischverbot zu umgehen, sind Christen seit jeher kreativ gewesen zum Beispiel indem sie Fleisch in Teig einwickelten – der historische Ursprung der Maultaschen - oder es ins Wasser warfen.

"Wenn ein Adliger einen Hirsch erlegt hatte, ließ er dessen Fleisch zum nächsten See oder Bach schleppen, legte ihn ins Wasser und erklärte ihn zum Fisch. Denn er war ja unter der Wasseroberfläche."

 Manfred Becker-Huberti, Brauchtumsexperte

Die Mönche im Mittelalter brauten unter dem Tenor „Flüssiges bricht das Fasten nicht“ ein besonders starkes Bier, das sehr kalorienreich und nahrhaft war und sie gut durch die Fastenzeit brachte. Bis heute wird Starkbier traditionell in der Fastenzeit getrunken, wie zum Beispiel beim Münchener Nockherberg.

Spenden für Indien und bewusster leben

Zu einem Fasten anderer Art lädt die Evangelische Kirche in Deutschland auch in diesem Jahr wieder ein, mit der Aktion „Sieben Wochen Ohne“, bei der es darum geht, die Routinen des Alltages zu hinterfragen. Das Motto: Nicht kneifen. Sich trauen, sich der Verantwortung stellen, für Andere einstehen. Das katholische Hilfswerk Misereor sammelt in seiner traditionellen Fastenaktion Spenden für das Themenland Indien.


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