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Bayerns Volksfeste Was kostet die Sicherheit?

Die Ankündigung, die "Sandkerwa" in Bamberg in diesem Jahr ausfallen zu lassen, hat Fragen aufgeworfen. Wie steht es mit der Sicherheit auf Bayerns Volksfesten? Was kostet sie? Der Bayerische Rundfunk hat nachgefragt.

Von: Ulrich Möller-Arnsberg

Stand: 19.05.2017

"In den letzten Jahren sind die Kosten für Sicherheits- und Ordnungsmaßnahmen um 600 Prozent gestiegen"

Claudia Bauer, Wiesn-Pressestelle

Kaum einer der Veranstalter von Volksfesten in Bayern bilanziert einen so starken Zuwachs bei den Kosten für die Sicherheit wie die Verantwortlichen der Münchner Wiesn. Aber die Recherchen von BR24 belegen einen Trend.

Bardentreffen Nürnberg

Seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vergangenen Dezember gibt es viele Überlegungen und Kosten, wie der Besuch im Bierzelt und bei den Fahrgeschäften für Gäste sicherer werden könnte. Allerdings ganz unterschiedlicher Art. Nur eine Vermutung hat sich nicht bestätigt. Die Ankündigung des Bamberger Bürgervereins Sand, die traditionsreiche Bamberger Sandkerva in diesem Jahr abzusagen, hat - da sind sich alle Veranstalter einig - nirgendwo sonst, zu ähnlichen Überlegungen geführt.

Vom Betonwürfel bis zur Taschen- und Rucksackkontrolle

Die Maidult in Regensburg ist in diesem Jahr an den Zugängen zum Festgelände mit besonderen Betonwürfeln gesichert. Eine Konsequenz aus den Anschlägen in Berlin und Nizza, sagt Patrick Veit, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr in Regensburg:

"Diese Betonwürfel haben ein extremes Gewicht. Da baut man einen rechts und einen links auf und hängt dazwischen ein Stahlseil. Würde ein Fahrzeug passieren, würde es in diesem Stahlseil hängen bleiben, und die Würfel würden sich ins Fahrzeug reinziehen. Und dadurch würde das blockiert werden."

Patrick Veit

Trotz Sicherheitsmaßnahmen gelassen bleiben

Sambafestival Coburg

Beim Sambafestival in Coburg (14. bis 16. Juli) wird es in diesem Jahr erstmals einen Schließfach-Truck geben. Größere Taschen und Rucksäcke müssten draußen bleiben, teilt die veranstaltende Sambaco GmbH mit. Beim Bardentreffen in Nürnberg (28. bis 30. Juli) gibt man sich vorerst noch gelassen. Der Künstlerische Leiter Rainer Perzkall kann sich nicht vorstellen, dass das bislang veröffentlichte gesteigerte Sicherheitsbedürfnis weitere Auswirkungen auf das Fest haben wird. Es seien ohnehin im Vorjahr schon doppelt soviele Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen als

Mehrkosten von 30 bis 40 Prozent

Das kostet natürlich auch. Beim Nürnberger Altstadtfest (14. bis 25. September) sprechen die Organisatoren von Mehrkosten für Sicherheitsmaßnahmen in Höhe von 17.000 Euro. In Dachau (12.. bis 21. August) und Würzburg (Kilianifest 7. bis 23. Juli) beläuft sich der Betrag auf 40.000 Euro, in beim Herbstfest Rosenheim (26. August bis 10. September) geht es um 50.000 Euro. Wobei die Kosten für die Sicherheit 10 Prozent bis ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen.

"Bereits 2012 wurde das Sicherheitskonzept überarbeitet, mit einer umfangreichen Personalaufstockung. Die Mehrkosten liegen bei einem 6-stelligen Betrag"

Martina Dufner-Wucher, Geschäftsführerin Allgäuer Festwoche (12. bis 20. August)


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freie Sicherheitsberaterin, Sonntag, 21.Mai, 19:10 Uhr

9. Innere Sicherheit sofort noch vor der Wahl.

Wir könnten sofort die innere Sicherheit für die Einwohner von Deutschland erhöhen.
Ein wirklicher demütiger Staatsdiener braucht sicher keinen Personenschutz, der dem Steuerzahler sehr viel Geld jährlich kostet.
Die so freigewordenen Ressourcen, könnten dann für die INNERE Sicherheit der Bürger und Bürgerfeste genutzt werden!

  • Antwort von Ahnungsloser, Sonntag, 21.Mai, 20:36 Uhr

    Satteln sie um!
    Von Sicherheit verstehen sie nichts.

Gretchen, Freitag, 19.Mai, 14:00 Uhr

8. Spaß ade?

Die diffuse Bedrohung durch Islamisten kostet vor allem den Spaß. Wer mag denn noch unbeschwert feiern, umgeben von Zäunen und schwer bewaffneten?

Ein Bayer, Freitag, 19.Mai, 13:54 Uhr

7. Ohne Security geht nichts mehr - leider

Wer heutzutage ein Fest feiert, der kann (oder vielleicht schon darf?) nicht mehr auf Absicherungsmaßnahmen verzichten. Ich rede hier nicht von Absturzsicherungen entlang von Besucherwegen und ähnlichem. Ich rede von Security-Leuten, die Ruhestörer sofort aus der Menge holen. Leider hat sich die Unsicherheit in unserer heutigen Spaßgesellschaft merklich erhöht und - wie es scheint - auch die Gewaltbereitschaft. Wer keine Sicherheitsleute hat, der muss nach dem Fest schon so gut wie mit dem Besuch eines Anwalts oder gar einer Anzeige rechnen. Früher wurde auf einem Feuerwehrfest auch gerauft. Trotzdem brauchte man keine Security. Auch Discos mit mehr als 800 Besuchern hatten keine extra Wachleute. Da reichte zur Not noch der Türsteher, oder das der Besitzer eben die Türe absperrte, bis wieder genügend Platz war. Je mehr "konfliktresistent" die Leute werden, desto mehr Sicherheitleute sind nötig. Für viele Veranstalter heute schon bald zu teuer.

Relativitätstheoretiker, Freitag, 19.Mai, 13:21 Uhr

6. So normal wie möglich weiterleben...

...hieß es doch immer nach jedem Anschlag. Sind diese Maßnahmen alle noch normal?

Da werden also Superkeime in Indien mit heftigsten Antibiotikaresistenzen "gezüchtet", Medikamente gepanscht, in den Ozeanen türmt sich der Müll, daß die Fische bald nur noch aus Microplastik bestehen und auf unserem Teller landen und wir hier zucken bei den paar Idiotenterroristen zusammen als würde die Welt zerbrechen?

In Deutschland leben soviele nicht-terroristische Geisteskranke also habe ich kein Problem mit den importierten islamistischen Geisteskranken. Denn jeder Schutz schreit ja gerade danach wie diese Irren ihn wieder umgehen können. Ist die eine Sicherheitslücke gestopft, wird eine andere Lücke wieder gefunden.

Die Ansätze zur Bekämpfung müssen in deren Köpfen erfolgen.

Helmut, Freitag, 19.Mai, 12:47 Uhr

5. Sicherheit wovor ?

Kommt mir vor wie ein Versicherungsvertreter, der für alle Gefahren die richtige Versicherung anbietet. Man muss nur zahlen.
Andererseits: Autos und Lastwägen sind nun mal gefährlich. Ansammlungen von Menschen dagegen abzuschirmen ist schon sinnvoll.
Hier wäre eine bessere Trennung von Gehbereichen und Straßen schon gut. Wie die Statistik zeigt, kommen doch jedes Jahr vlele Menschen um, wenn Fahrer ihre Fahrzeuge nicht mehr kontrollieren können oder wollen.