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Zurückgebliebene Leere Verlassene Orte in der Oberpfalz

Die Oberpfälzer Fotografin Nina Schütz fotografiert verlassene Orte in der Oberpfalz und dokumentiert so, wie sich die Natur nach und nach vom Menschen erbaute Häuser zurückholt. Jetzt hat sie einen Bildband veröffentlicht.

Von: Rebekka Preuß

Stand: 10.11.2017

Früher wurde in der Glasschleife von Münchshofen Glas poliert: Erst mit Hilfe von Eisenoxid wurde das Material durchsichtig. Der rote Eisenstaub bedeckt noch heute das gesamte Innere des Schleifwerks, das bereits seit über 60 Jahren stillgelegt ist.   

"Verlassene Orte" – schon seit vier Jahren sind sie das Hauptmotiv der Amberger Fotografin Nina Schütz. Von stillgelegten Industrieanlagen bis hin zu verlassenen Wirtshäusern oder Autowracks im Wald – Nina Schütz spürt sie auf, entdeckt sie und bildet sie ab – in ihrer ganz eigenen Bildsprache.

Dämmer-Stimmung : Fürchtet sie sich manchmal vor Ort?

Wichtig ist ihr dabei vor allem eines: der Respekt vor den Orten. Sie bricht grundsätzlich nirgendwo ein, sondern betritt Orte nur, wenn sie ohnehin zugänglich sind. Sie verändert nichts, nimmt keine Gegenstände mit. Sie hält den Moment des Verfalls fest – für die Ewigkeit.

"Oft genug fürchte ich mich schon. Wenn es recht dunkel ist oder wenn das Wetter nicht gut ist, manchmal haben wir ja Nebelstimmungen. Oder es regnet und dann ist es innen drin auch recht dunkel und düster und dann ist es natürlich auch still, man hört nichts außer die eigenen Fußschritte. Da wird's dann schon ab und zu mal mulmig."

Nina Schütz, Fotografin


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