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Verkaufsoffener Sonntag Petition gegen Pläne von Karstadt und Kaufhof

Karstadt und Kaufhof versuchen erneut, ihre Kaufhäuser auch am Sonntag zu öffnen. Die "Münchner Sonntagsallianz" hat dagegen nun eine Petition gestartet. Beim Streit um den verkaufsoffenen Sonntag geht es um mehr als Öffnungszeiten. Von Barbara Weiß

Von: Barbara Weiß

Stand: 15.09.2017

Menschen laufen durch das Einkaufszentrum Kaufinger Tor in der Kaufinger Strasse/ Muenchen  | Bild: picture-alliance/dpa/Stephan Goerlich

Bayern gehört zu den Bundesländern mit dem restriktivsten Ladenöffnungsgesetz. Dies soll sich nach Meinung von Armin Devender, Verkaufschef von Galeria Kaufhof, ändern. Die Initiative "Selbstbestimmter Sonntag" möchte den Sonntagsschutz auflösen und Händler, Kunden und Mitarbeiter von der "staatlichen Bevormundung" befreien.

Diese Umfrage ist ein Stimmungsbild und nicht repräsentativ. Technisch ist das System bestmöglich geschützt, um Manipulationen zu vermeiden.

Sonntag - Tag für Familie, Kirche oder Sport

Je nach Umfrage können sich Sonntagsschützer wie Großhandelsketten auf eine Mehrheit für ihre Position stützen. Das Argument der Sonntagsschützer - eine Allianz aus Gewerkschaften und kirchlichen Verbänden:

"Es ist ein Kulttag, ein Tag für die Familie - für den Sport natürlich. Manche nützen ihn auch ganz für sich alleine, um sich zu erholen. Es gibt viele Gründe den Sonntag zu lieben und deshalb sollten wir ihn auch bewahren."

Philipp Büttner, Allianz für den freien Sonntag

Sonntagsschutz im Grundgesetz - mit Ausnahmen

Der Schutz des Sonntags ist im Grundgesetz verankert. Dieses sieht auch Ausnahmen vor, wenn zum Beispiel Ladenöffnungszeiten am Sonntag dem öffentlichen Interesse dienen: dies gilt bei Shopping-Events, Warenhausfesten oder Tourismus-Shops. In Bayern kann jede Gemeinde jährlich bis zu vier verkaufsoffene Sonntage anmelden - in Berlin als bundesweiter Spitzenreiter bis zu zehn.
Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern spricht sich prinzipiell dafür aus, dass der Sonntag ein besonderer Tag bleibt, fordert aber, die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage bundesweit einheitlich zu regeln, sonst sei es ungerecht.

"Wir würden am liebsten eine bundesweite Regelung haben. Dass es nicht zu Verwerfungen kommt, wie zum Beispiel in Hof, wo es im benachbarten Bundesland viel mehr verkaufsoffene Sonntage gibt. Manche erlauben in der Weihnachtszeit welche, wir dürfen das in Bayern nicht."

Bernd Ohlmann, Handelsverband Bayern

Protestaktion für den freien Sonntag 2014

Freizeitvergnügen vs. Arbeit

Wären sonntags die Läden offen, würde deswegen nicht mehr gekauft werden, nur eben über sieben Tage die Woche verteilt, so die Allianz für den freien Sonntag. Und was für die einen vielleicht ein Freizeitvergnügen sei, ist für die anderen, die Verkäuferinnen und Verkäufer, eben Arbeit. Damit wäre der eine Tag, an dem möglichst viele gleichzeitig frei haben, Geschichte. Philipp Büttner warnt deshalb davor, diese kulturelle Errungenschaft aufzugeben, die nicht nur religiöse Menschen und Familien schätzen. Darum hofft er, dass die Initiative aus kirchlichen Verbänden und Gewerkschaften, die seit zehn Jahren für den Erhalt des Sonntags kämpft, sich noch weiter gesellschaftlich vernetzen kann:

"Darin sehe ich eine Herausforderung für die Zukunft, dass wir noch breiter werden, dass wir noch andere Bereiche der Gesellschaft mit ins Boot nehmen. Ich denke an den Sport. Gerade alles Vereinswesen muss stärker in die Sonntagsallianz eingebracht werden."

Philipp Büttner

Fast 100 regionale Bündnisse für den Sonntagsschutz

Bundesweit gibt es inzwischen fast 100 regionale Bündnisse für den Sonntagsschutz, die sich jetzt auch europaweit mit Initiativen im Ausland vernetzen wollen, wo offene Geschäfte am Sonntag die Regel sind.

Verkaufsoffener Sonntag

Seit 2006 ist das Thema Ländersache. Immer wieder gibt es Vorstöße von Seiten der Händler, die Sonntagsöffnungszeiten auszuweiten. Politisch werden sie derzeit hauptsächlich von der FDP unterstützt, die auf eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten drängt.


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Bernd-M. Wehner, Donnerstag, 21.September, 10:16 Uhr

37. Verkausoffene Sonntage

Kurzsichtiges Konsumdenken sollte den Sonntag, der in Artikel 140 des Grundgesetzes besonders geschützt ist, nicht zerstören. Unser Leben ist mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen. Dafür steht der Sonntag. Oder um Pater Anselm Grün zu zitieren: "Wenn alle Zeiten gleich sind, werden sie gleich sinnlos. Wenn dein Sonntag wie dein Alltag wird, wird auch dein Alltag seines Sinns entleert."

Guss Ingrid, Mittwoch, 20.September, 16:40 Uhr

36. Sonntagsruhe

Der Sonntag soll nicht für Geschäfte geöffnet werden.
Alle haben sich einen ruhigen und freien Tag verdient.

koschmann marianne, Mittwoch, 20.September, 15:30 Uhr

35. Kein verkaufsoffener Sonntag

Die Profitgier scheut vor nichts mehr zurück. Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind jetzt schon benachteiligt, weil sie am Samstag arbeiten müssen. Durch die Flexibilität, die die Arbeitgeber von den Arbeitnehmern generell verlangen, sehen sich Ehepaare und Paare mit Kindern immer seltener, sei es, weil sie erst am Wochenende nach Hause kommen und pendeln, sei weil sie Schichtarbeit leisten. Der Sonntag ist auch dadurch gekennzeichnet, daß in der Innenstadt Ruhe einkehrt, man kann am Vormittag einen Kaffee trinken, ein Museum besuchen und die Ruhe genießen. Auch in den Stadtvierteln ebbt der Autofluß ab und man hat auch hier ein angenehmes Gefühl der Entspannung. Man kommt zu sich! Das ist wichtig, um Kraft für die Woche zu tanken und wichtig für die Kreativität. Es gibt schon genug Ausnahmen, sei es die Kliniken oder die Zeitungen, die am Sonntagnachmittag für Montag erstelt werden müssen und andere wichtige gesellschaftl. Bereitschaftsdienste. Das reicht! Einkaufen gehört nicht dazu,

Theodor Gradwohl, Dienstag, 19.September, 11:38 Uhr

34. Verkaufsoffener Sonntag

Alle die für einen Verkaufsoffenen Sonntag sind sollen jeden 2. Sonntag in einen der Läden arbeiten.
Denen vergeht es gleich, sich lautstark für die offenen Sonntage zu schreien.
Es ist egal ob Kunden oder Geschäftsführer, niemand möchte am Sonntag hinter der Ladentheke stehen, nur die Verkäufer/innen sollen arbeiten.
Liebe Kunden, Früher hatten die Märkte von Montag bis Freitag in der Zeit von 08:00 Uhr bis 18:30 Uhr und Samstag von 08:00 bis 13:00 Uhr geöffnet und komischerweise ist hier niemand Verhungert.
Jetzt sollen die Märkte rund um die Uhr geöffnet sein und auch am Sonntag, mit Verhungern oder Kleidernotstand kann das nichts zu tun haben.
Nochmals an alle: Last den die Geschäfte am Sonntag zu und unternehmt was mit euren Familien und Freunden.

Dersiebtetag, Montag, 18.September, 23:21 Uhr

33. Sonntags shoppen nein danke

Sonntags shoppen nein danke nein