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Innere Sicherheit Zahl der Vergewaltigungsfälle um 50 Prozent gestiegen

Im ersten Halbjahr 2017 zählte die Polizei 222 Vergewaltigungen mehr als im Vergleichszeitraum 2016. Das entspricht einer Gesamt-Zunahme von fast 50 Prozent. Die Zahlen gab heute Innenminister Herrmann im bayerischen Kabinett bekannt.

Von: Arne Wilsdorff

Stand: 12.09.2017

Bayerische Staatskanzlei in München | Bild: picture-alliance/dpa/Matthias Balk

Von den 685 Vergewaltigungsfällen wurden 126 von Zuwanderern begangen, im vergangenen Jahr waren es noch 60 gewesen. Wieviele Taten davon innerhalb von Asylunterkünften gezählt wurden, konnte das Innenministerium nicht sagen.

Erschreckender Anstieg

Staatsminister Joachim Herrmann stellte klar: "Das Ganze macht uns sehr besorgt. Es ist ganz eindeutig, dass die Mehrzahl der zusätzlichen Tatverdächtigen eindeutig auch deutsche Tatverdächtige sind. Also wir haben einen insgesamt schon erschreckenden Anstieg bei den Vergewaltigungen." Jetzt müssten die Polizeibehörden Ursachenforschung betreiben, so Herrmann, damit auch Präventionsmaßnahmen greifen können. Auch mit Blick auf das anstehende Oktoberfest in München.

"Unser Ziel ist, die Sexualstraftaten noch gezielter zu bekämpfen, auch in den Asylunterkünften. Neben einer erhöhten Polizeipräsenz gehören dazu auch gezielte Präventionsmaßnahmen. Fakt ist, dass dazu auch die wirksame Begrenzung der Zuwanderung und die konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber einen Beitrag leistet."

Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister

Insgesamt gute Entwicklung der Sicherheitslage

Mit der sonstigen Entwicklung der Kriminalität in Bayern zeigte sich Herrmann zufrieden. Diese sei um 6,8 Prozent zurückgegangen die Wohnungseinbrüche sogar um 14 Prozent. Nach den vorläufigen Meldungen der Polizeipräsidien in Bayern zum ersten Halbjahr 2017 ist die Zahl der Straftaten – berechnet ohne die vor allem durch illegale Grenzübertritte von Flüchtlingen verursachten ausländerrechtliche Verstöße - im Vergleichszeitraum zum ersten Halbjahr 2016 um knapp 20.500 auf 281.942 gesunken. 


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