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Zweifelhafter Trend Was Experten von veganer Ernährung für Haustiere halten

Hund und Katze sind von Natur aus Fleischfresser. Doch immer mehr Hunde- und Katzenhalter wollen nicht, dass für die Ernährung ihrer Haustiere andere Tiere sterben müssen. Und füttern nur noch vegan. Doch Tierärzte warnen davor eindringlich.

Von: Astrid Hickisch

Stand: 18.02.2016

Golden Retriever Ronja trägt in Herdecke (Nordrhein-Westfalen) einen großen Kauknochen im Maul.  | Bild: picture-alliance/dpa

Vegan füttern heißt, komplett auf tierisches Eiweiß verzichten und natürlich auch auf Futter aus Tieren. Das sei nicht artgerecht, meinen Tiermediziner. Hier drei Gründe, warum vegane Ernährung nichts für Hunde und Katzen ist.

1. Bei veganer Ernährung fehlen den Tieren wichtige Nährstoffe - das kann sogar tödlich sein

Große Auswahl an Tiernahrung

Katzen sind Jäger und reine Beutetier-Fresser. Ihr gesamter Verdauungsapparat ist auf die Verwertung von tierischem Eiweiß spezialisiert. Ihr Darm ist zu kurz, um pflanzliche Nahrung zu verdauen und es fehlen der Katze auch die notwendigen Enzyme, um Nährstoffe aus pflanzlichem Eiweiß abspalten zu können.

Katzen fressen Mäuse - und die enthalten viel Taurin, eine Aminosulfonsäure, die nur in tierischem Eiweiß vorkommt und lebensnotwendig für die Katze ist. Taurin müssen Katzen durch die Nahrung aufnehmen. Bekommt eine Katze zu wenig davon, besteht nicht nur die Gefahr, dass die Katze erblindet. Oder, noch schlimmer, es kommt sogar zu einer lebensbedrohlichen Herzmuskelerschlaffung. Auch beim Hund kann ein Mangel an Taurin zu Herzmuskelschäden führen. 

2. Eine pflanzliche Ernährung für Hunde muss mit industriell hergestellten Nahrungsergänzungen komplettiert werden

Hund "Salomon"

Hunde sind zwar auch Fleischfresser, allerdings sind sie nicht ganz so extrem festgelegt auf tierisches Eiweiß wie Katzen. Man bezeichnet sie als omnivore Carnivoren, also Fleischfresser, die auch einen kleinen Teil Pflanzliches aufnehmen und verwerten können. Hunde können Stärke verdauen und damit ist Pflanzliches als EIN Ernährungsbestandteil in Ordnung. Man kann Hunde auch vegetarisch ernähren, allerdings nur um den Preis, dass man einige künstlich hergestellte Mineralstoffe und Vitamine zufüttert, damit der Hund gesund bleibt.

Wie synthetisch hergestellte Nahrungsergänzungen sich langfristig auf die Gesundheit der Tiere auswirkt, darüber gibt es noch keine Studien. Den Hund vegetarisch zu ernähren ist theoretisch möglich, aber eine vegane Ernährung von Hunden halten viele Tiermediziner für schlicht nicht artgerecht. Ohne Beratung durch einen Tierarzt ist eine Umstellung auf rein pflanzliche Ernährung gesundheitsgefährdend für das Tier. Auf vegetarische oder vegane Alleinfutter sollten sich Hundehalter auf keinen Fall verlassen, viele Produkte enthalten nicht genügend Nährstoffe. Mögliche Folgen beim Hund: Brüchige Knochen, Ekzeme, Gelenkprobleme. 

3. Bei älteren Tieren ist eine Umstellung auf rein pflanzliche Nahrung fragwürdig

Die dreijährige Hauskatze "Grumpy Cat"

Katzen sind mit ihrem Futter ohnehin heikler als Hunde. Versucht man, bereits erwachsene Tiere auf eine rein pflanzliche Ernährung umzustellen, verweigern viele das Fressen. Sie hungern zu lassen, nur um sich selbst ein besseres Gewissen zu erkaufen, ist moralisch höchst fragwürdig. Und bringt - Katzenhalter wissen das - bei Katzen rein gar nichts.

Bei Hunden mag die Umstellung einfacher sein, aber auch sie mögen anfangs vielleicht nichts fressen. Können Veganer, die sich bei ihrer eigenen Ernährung aus ethischen Gründen bewusst gegen Tierleid entscheiden, ihrem Haustier artgerechtes Futter verweigern? Letztendlich muss sich jeder selbst diese Frage beantworten - das Tierschutzgesetz ist hier allerdings eindeutig. In Paragraph 2 steht klipp und klar: "Das Tier muss seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt werden." Vielleicht muss es ja gar kein fleischfressendes Haustier sein. Kaninchen oder kleine Hausschweine kommen mit veganer Ernährung bestens aus.


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Antje Klinger, Freitag, 19.Februar, 11:46 Uhr

6. Unwissenheit lässt grüßen

"Wie synthetisch hergestellte Nahrungsergänzungen sich langfristig auf die Gesundheit der Tiere auswirkt, darüber gibt es noch keine Studien?". Doch, gewisser Maßen schon, denn jedes Fertigfutter, sei es Trockenfutter oder Dosenfutter wird mit synthetisch hergestellten Nahrungsergänzungen zubereitet, da fast alle Vitamine bei dem Zubereitungsprozess zerstört werden. Sie werden also hinterher wieder zugeführt. Wo also besteht der Unterschied zwischem einem "Fertigfutter" mit synthetisch hergestellten Nahrungsergänzungen oder dem frisch zubereitem veganen Futter, dem ich einen Meßlöffel Mineralien und Vitamine zufüge? Keiner! Auf vegetarische oder vegane Alleinfutter sollten sich Hundehalter auf keinen Fall verlassen, viele Produkte enthalten nicht genügend Nährstoffe. Ja, dass tun leider viele fleischhaltige Alleinfutter auch nicht! Und dann wieder das alles verzaubernde Wort "artgerecht". Ist es artgerecht, dass mein Hund auf dem Sofa schläft...?

Achim, Freitag, 19.Februar, 08:53 Uhr

5. Und wieder keine Ahnung von Veganismus

Une wenn man nach Westen segelt fällt man vom Rand der Erde.

Nachdem nun jeder genug Veganer kennt, um zu wissen, dass "mensdchen können nicht vegan leben" eine Lüge ist, und es auch genug vegane Kinder (http://veganekinder.de) gibt, so dass nur die borniertesten Unveganer noch Jammern, für Kinder sei Veganismus ungesund, sind es also nun Propagandalügen über Hunde und Katzenh. Selbstverständlich ist Taurinmangel schädlich für Katzen, aber selbstverständlich werden vegane Katzen nicht mit Salat ernährt, sondern mit veganer Katzennahung, der selbstverständlich ausreichen synthetisches Taurin zugefügt wird - so wie auch unveganer Katzennahrung synthetisches Taurin zugefügt wird. Nur ein Beispiel von vielen, und jede weitere Propagandalüge und Dummheit im Artikel und den Kommentaren - und alle seit vielen Jahren widerlegt, z.B. hier http://veganismus.de/vegan/faq-vegane-katzen.html ... http://govegan.de/veganehundeundkatzen (die nicht vom Rand der Erde gefallen sind).

André , Donnerstag, 18.Februar, 19:39 Uhr

4. Und was kommt als nächstes?

Wie wäre es mit eingezäunten Getreidefeldern. Dorthin vertreiben wir die in Deutschland wieder heimisch gewordenen Wölfe, damit kein niedliches Rehkitz mehr gefressen wird. Und die Venusfliegenfalle auf meinem Fensterbrett bekommt ein Moskitonetz drüber. Dann kann sie keiner Fliege mehr was zu leide tun.
Mal im Ernst. Pfuschen wir der Natur nicht schon genug ins Handwerk? Wer vegan leben möchte, bitteschön! Aber, liebe Veganer, vergeht Euch nicht an den Kreaturen die sich nicht wehren können!

  • Antwort von Dieter, Freitag, 19.Februar, 08:08 Uhr

    Ein gutes Argument, vergeht euch nicht an Tieren die sich nciht wehren können. Schade das kein Fleischesser das befolgt. Die Tiere in der Fleisch und Milchindustrie können sich auch nicht wehren. Und vegan ernährte Hunde werden im Durchschnitt älter als ihre fleischernährten Freunde. Einfach mal auf provegan.de nachlesen.

  • Antwort von André , Samstag, 20.Februar, 18:11 Uhr

    Sprach der Veganer und hat nicht verstanden was ich ihm sagen wollte. Die Evolution hat uns zum Allesfresser werden lassen. Das es in Massentierhaltung gipfelt, ist bedauerlicherweise eine Entwicklung für die wir sicher irgendwann einen hohen Preis zahlen werden. Und auch sollten. Aber eine menschgemachte Ideologie, nämlich die vegane Ernährung, einem fleischfressenden Tier aufzuzwingen ist genauso abartig wie Massentierhaltung!

  • Antwort von Dieter, Montag, 22.Februar, 11:01 Uhr

    sprach der Fleischesse. Hunde sind wie Menschen Allesfresser. Sie können problemlos eine vegane Ernährung essen. Aus mittlerweilen vielen Studien und Erfahrungsberichten ging es diesen Hunden sogar besser und leben auch länger. Und Jeder zwingt seinen Tieren etwas auf. Sei es vegan oder barfen oder Dosenfutter

Bertl, Donnerstag, 18.Februar, 18:33 Uhr

3. Veganes Hundefutter - ok aber bitte mit Verstand

Jedes Alleinfutter - egal ob vegan, vegetarisch oder mit Fleisch- MUSS künstliche Zusätze enthalten. Beim Herstellungsprozess gehen so viele Vitamine und Mineralien verloren, dass man diese über Zusätze wieder ausgleichen muss. Ich habe das Interview mit der Dame von Vegdog im Radio gehört und mir das Alleinfutter und die Zusammensetzung angeschaut. Ich kann daran nichts Schlechtes finden. Die Rezeptur wurde mit Fachtierärzten entwickelt und ich finde es gut wenn es jemand richtig macht. Es gibt so viele schlechte fleischhaltige Futtersorten auf dem Markt. Auch die Bezeichnung " Alleinfutter" wird in der Futtermittelindustrie permanent missbraucht und die Verbraucher getäuscht aber da beschwert sich keiner drüber?! Ich finde es schade, dass es eine so einseitige Diskussion ist. Ich lebe selber vegan würde aber meinen Hund nicht komplett vegan ernähren. Gegen ein paar vegane Tage in der Woche ist aber nichts einzuwenden und das werde ich bei meinem Hund auch weiterhin so handhaben.

Nena, Donnerstag, 18.Februar, 17:29 Uhr

2. "Künstlich" ist doch nicht schlecht!

Im Artikel wird nicht erwähnt, dass nahezu ALLE Hunde und Katzenfertigfutter, egal ob Dosen, Trockenfutter oder irgendwelche Leckerlis, immer auch zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Warum? Ganz einfach, weil die Grundzutaten, Schlachtabfälle und meist auch Abfälle aus der Getreide und Gemüseindustrie, niemals eine gleichbleibende und ausreichende Menge an den für Hunde und Katzen benötigten Nährstoffen enthalten würden.
Eine Aufwertung des Futters durch künstliche Vitamine und Mineralstoffe ist unverzichtbar!
Das Problem mit dem Veganen Futter ist wohl eher den schlecht zu verwertenden pflanzlichen Proteinen (Biologische Wertigkeit) zu zuschreiben und den darin vorkommenden pflanzlichen Stoffen, die Bellos und Miezies Verdauung strapazieren.

  • Antwort von Anna, Donnerstag, 18.Februar, 19:30 Uhr

    Dann bitte auch alle Löwen, Wölfe und sonstige Raubtiere mit veganer Nahrung füttern. Dann bräuchte kein Tier mehr sterben wegen dieser Fleischfresserei die ja angeblich auch noch ungesund ist ! Man könnte danach alle diese Tiere die an natürlichen Todes gestorben sind zur Energieerzeugung hernehmen falls das nicht zu unästhetisch klingt und man sie lieber auf Tierfriedhöfen bestatten möchte !