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Vorratsdatenspeicherung Speichern Netzanbieter länger als erlaubt?

Speichern Vodafone, Telekom und Co. Verbindungsdaten ihrer Kunden länger als erlaubt? Die Bundesdatenschutzbeauftragte hat diese Frage untersuchen lassen - und Vodafone klagt gegen die Veröffentlichung der Ergebnisse.

Von: Achim Killer

Stand: 10.06.2017

Computerplatine mit Aufschrift "Vorratsdaten" (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa

Sie ist umstritten, die Speicherung von Internet-Verbindungsdaten wie der IP-Adresse, unter der man im Netz unterwegs ist. Doch sie soll helfen, Terroristen auf die Spur zu kommen und sehr schwere Verbrechen zu verhindern.

Vorratsdaten auch bei weniger schweren Straftaten verwendet

Worüber sich viele aber wundern: Dass man ständig mit Hilfe von Verbindungsdaten Rechtsbrechern auf die Spur kommt. Meist allerdings sind das keine Terroristen, sondern bloß irgendwelche Youngster, die sich mal illegal einen Film im Netz besorgt haben - und zwar auch dann, wenn gerade mal wieder das Bundesverfassungsgericht oder der Europäische Gerichtshof die Vorratsdatenspeicherung verboten haben.

Vodafone klagt gegen Transparenz

Das liegt daran, dass die Telekommunikationskonzerne Verbindungsdaten auch dann speichern, wenn es nicht vorgeschrieben ist. Das dürfen sie, aber nur kurz. Patrick Breyer, ein Pirat im schleswig-holsteiner Landtag, der nach der letzten Wahl von Bord gegangen ist, vermutet, die Konzerne speichern länger als zulässig, und will deshalb wissen, was die Bundesdatenschutzbeauftragte bei Kontrollen herausbekommen hat. Die will ihm jetzt die Unterlagen geben. Der Anbieter Vodafone klagt dagegen.

  • Achim Killer | Bild: BR Achim Killer

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