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Nach Unwettern in Österreich Bauern fürchten nächsten Rutsch

Von den Unwettern der vergangenen Tage waren Landwirte besonders stark betroffen, die abgelegen in der Bergen leben. Ihre Ernten und Maschinen sind zum Teil zerstört, ihre Häuser von Erdrutschen und Schlammlawinen beschädigt.

Von: Srdjan Govedarica

Stand: 11.08.2017

Aufräumen und Schäden nach den Unwettern in Österreich | Bild: Srdjan Govedarica

Einige sind noch von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Straßen und Wege zu ihren Höfen unter Geröll begraben liegen. Selbst die Feuerwehr kann viele nur auf Schleichwegen erreichen, zur Not werden sie mit dem Hubschrauber versorgt. Das Land Steiermark hat 50 Millionen Euro Soforthilfe bewilligt, es ist aber davon auszugehen, dass die Schäden deutlich höher sind.

"Wir haben alle Schiss und Angst gehabt und das haben wir jetzt auch noch, gell."

Landwirt Christian Mang

Landwirt Christian Mang ist fix und fertig. Sein Hof liegt einsam in den Bergen der Steiermark, in einem Seitental, etwa fünf Kilometer sind es bis zum Städtchen Oberwölz. Eigentlich sieht es hier nach Alm-Idylle aus,  doch hier haben die  Unwetter des vergangenen Wochenendes schlimm gewütet. Den Hof der Mangs hat eine Schlammlawine getroffen.  

"Das alte Haus hat's uns überflutet, da ist das Wasser zum Fenster reingekommen.  Das neue Haus haben wir zum Glück verschonen können vom Schlamm, deshalb haben wir jetzt Angst, dass uns das der nächste Hangrutsch erwischt."

Christian Mang

Mang und Schmidhofer im Gespräch über die Unwetterfolgen

Mang kann noch nicht einschätzen, wie hoch die Schäden an seinem Hof sind.  Die Melkmaschine und andere Geräte sind kaputt, ein großes Stück Weidefläche liegt unter Geröll begraben und ist wahrscheinlich für immer verloren. Hinzu kommt, dass die Straße, die zum nächsten Ort führt, unpassierbar ist.

Wo früher mal Asphalt war, schaufelt jetzt ein Bagger Schneisen ins Geröll, damit der Weg wieder frei ist. Hannes Schmidhofer, der Bürgermeister von Oberwölz  koordiniert die Aufräumarbeiten:

"Dieses Mal haben wir hauptsächlich den Schaden im Hinterland, bei den Zufahrten zu den Gehöften. Einen Weg dahin zu bauen, ist ja eine Kunst. Wie man das jetzt schafft dort wieder Infrastruktur hinzubauen, das werden wir sehen."

Bürgermeister Hannes Schmidhofer

Das Land Steiermark hat 50 Millionen Euro Soforthilfe für die betroffenen Gebiete bewilligt, es ist aber davon auszugehen, dass die Schäden weitaus höher sein werden. Alleine die kleine Gemeinde Oberwölz rechnet mit Kosten von etwa zwei Millionen Euro, um die Straßen und Wege wieder in Stand zu setzen. Doch das wird wahrscheinlich nicht überall möglich sein, sagt Bürgermeister Schmidhofer:

"Dort wo die Infrastruktur größer ist, in den Ortschaften und in den Städten wird einfach mehr Geld eingesetzt als bei der letzten Almhütte. Das ist so und das muss man den Leuten auch sagen."

Hannes Schmidhofer

Diejenigen, die von der  Außenwelt abgeschnitten sind, verlassen sich auf die freiwillige Feuerwehr Oberwölz. Alexander Brunner ist der Kommandant der Truppe, er koordiniert den Einsatz von 580 Freiwilligen Helfern, die sich bestens in der Gegend auskennen:

"Es gibt gewisse Gebiete, die offiziell nicht erreichbar sind und da gibt es Schleichwege. Und wenn es gar nicht mehr geht, ist tagsüber der Hubschrauber auch da und kann auch von der Luft her Hilfe dorthin bringen."

Feuerwehrkommandant Alexander Brunner

Familie Mang musste noch nicht auf den Hubschrauber zurückgreifen. Auf dem Hof gibt es genug andere Probleme. Die Unwetter haben die Kühe aufgeschreckt, die müssen jetzt im Gelände eingefangen werden.

"Eine ist mir abgegangen und die hat ein Kalb gekriegt. Das Kalb haben wir leider Gottes nicht mehr gefunden, das wird weggeschwemmt worden sein."

Christian Mang

Daran, die Gegend zu verlassen und wegzuziehen denken die Mangs nicht. Dafür ist das Land schon zu lange im Familienbesitz. So bleibt ihnen nichts anders übrig, als für das nächste schwere Gewitter vorzusorgen: "Schauen wir, dass wir so gut wie möglich die Fenster zuzumachen, mit Balken und Holz; dass wir irgendwie den Schaden verringern können."

 

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