Hochschulen Unterfranken Wohin fließen die Studiengebühren?
Das Volksbegehren gegen die Studiengebühren läuft auch in Unterfranken. Bislang ist dort die Resonanz eher verhalten. Wie würde sich die Abschaffung der Gebühren zum Beispiel an den Hochschulen in Würzburg auswirken?
Am ersten Tag des Volksbegehrens war von einem Ansturm auf die Rathäuser der unterfränkischen Hochschulstandorte wenig zu spüren. Bis zum Donnerstagnachmittag (17.01.13) hatten in Würzburg rund 640 Befürworter des Begehrens unterschrieben, in Schweinfurt waren es etwa 230, in Aschaffenburg rund 150. Wolfgang Zeiler vom Aschaffenburger Bürgeramt attestierte dem Volksbegehren dennoch einen ordentlichen Start. Die meisten Unterschriften gebe es erfahrungsgemäß erst in der zweiten Woche, so Zeiler.
Uni Würzburg finanziert 250 Stellen mit Gebühren
300 Euro pro Semester waren zuletzt an der FH Würzburg-Schweinfurt fällig, 372 Euro sind es in Aschaffenburg und 500 Euro an der Universität Würzburg. Insgesamt 19 Millionen Euro haben die unterfränkischen Hochschulen im vergangenen Jahr aus Studiengebühren eingenommen. Allein bei der Uni Würzburg konnten daraus unter anderem 250 Vollzeitstellen und zahlreiche Lehrmaterialien finanziert werden, was die Lehrqualität spürbar verbessert habe, so die Hochschulleitung. Ein Beispiel findet sich in der Lehrklinik der Würzburger Uni: Hier wurden mittels Studiengebühren sogenannte "Phantome" angeschafft - Puppen, denen die Medizinstudenten etwa Blut abzapfen können. Früher mussten dafür "echte" Patienten herhalten.
Staat soll zahlen - und zwar komplett
Solche Verbesserungen der Lehre seien zwar schön und gut, gestehen auch die Kritiker der Studiengebühren zu. Allerdings lautet ihre Forderung: Ausschließlich der Staat müsse dafür sorgen, die Qualität der Lehre finanziell zu sichern. Außerdem kritisieren sie, dass etwa an der FH Würzburg per Studiengebühren zusätzliche Räume angemietet werden, um der Raumnot wenigstens annähernd Herr zu werden. Auch hier stehe der Staat in der Pflicht.
Warnende Worte der Hochschulleitung
Der Würzburger Universitätspräsident Alfred Forchel aber warnt: Sollten die Studiengebühren in Bayern tatsächlich zu Fall gebracht werden, dann würde "vor allem in unseren Massenfächern die Lehre schlichtweg zusammenbrechen", so Forchel. "Das gäbe dann einen viel lauteren Protest als bei der Einführung der Gebühren." Studierendenvertreter aber kontern: Warum sollte in Bayern nicht gelingen, was Baden-Württemberg geschafft hat? Viele fordern deshalb, die sogenannte "Kopfpauschale" auch in Bayern einzuführen.

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