Unterfranken

Lohr-Wombach (Lkr. MSP) Schulfasching ohne Spielzeug-Waffen

An der Grundschule in Wombach, einem Stadtteil von Lohr am Main (Lkr. Main-Spessart), durften die Kinder zum Schulfasching keine Spielzeug-Waffen mitbringen. Im Hinblick auf Amokläufe in den USA hatten sich Schüler und Schulleitung darauf geeinigt.

Stand: 08.02.2013

Der Schulfasching in Wombach am Freitag (08.02.13) war bewusst gewaltfrei gehalten und jede Art von Spielzeugwaffe war tabu. Am Vormittag wurde in der Schulaula mit einem richtigen Gardeauftritt, mit Sketchen und Büttenreden gefeiert. Vor allem die Jungen waren als Cowboys, Sternenkrieger und Piraten verkleidet, aber auf Waffen wie etwa Spielzeugpistolen, Holzschwerter oder Imitate von Laserschwertern hatten sie verzichtet. Die Cowboys schwangen bestenfalls das Lasso und die Pistole blieb zu Hause.

Schüler wollen ohne Waffen-Attrappen feiern

Auftritt der Wombacher Kindergarde in der Grudschule

Unter den Wombacher Grundschülern ist die Meinung weit verbreitet, dass man mindestens genauso gut ohne Waffen feiern kann, sagt Rektorin Elisabeth Zock. "Ich habe meinen Bogen daheimgelassen, weil wir in die Schule keine Waffen mitnehmen dürfen. Ich find’s gut, weil’s dann keine Verletzungen gibt – aber man hat trotzdem seinen Spaß!" bestätigte eine Schülerin. Die Schulleiterin zeigte sich daher auch vollauf zufrieden: "Bisher kam niemand zu mir, der nachgefragt hat: dürfen wir vielleicht doch? Die Kinder haben das voll akzeptiert und sie haben Riesenspaß dabei."

Brief voller Anteilnahme an Präsident Obama

Die Wombacher Grundschüler schrieben einen Brief an Präsident Obama.

Nach dem Schulmassaker am 14. Dezember 2012 im US-amerikanischen Newtown war das Entsetzen auch bei den Grundschülern in Wombach so groß, dass vor allem die vierten Klassen Handlungsbedarf gesehen hatten. Die Schüler redeten intensiv mit ihren Lehrern, luden einen Polizisten ein, der ihnen erzählt hat, wie die Waffengesetzte in Deutschland sind und wie in Amerika. Zum Abschluss schrieben die Schüler der Grundschule Wombach einen Brief an den US-amerikanischen Präsidenten Obama. Im Januar stellte Präsident Obama in einer Ansprache seine Pläne für schärfere Waffengesetze vor und nahm Bezug darauf, dass er viel Post von schlauen jungen Menschen bekommen hatte.


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