Mellrichstadt (Lkr. NES) Altenheim-Sanierung sorgt für Angst
Tief in den roten Zahlen stecken zwei Seniorenheime in Mellrichstadt (Lkr. NES). Ihr Betreiber, die "Julius-Spital-Stiftung Mellrichstadt", hat die Caritas um Hilfe gebeten. Doch die geht bei der Sanierung angeblich zu hart vor.
In einem Schreiben an die Sueddeutsche Zeitung beklagen Mitarbeiter der beiden Altenheime die "brachiale Härte", mit der der Caritas-Diözesanverband Würzburg die Sanierung vorantreibt. Dabei ist von Entlassungen und Aufhebungsverträgen die Rede; allesamt Sparmaßnahmen, die zulasten der Bewohner gehen würden. So müsse aufgrund des Personalmangels Essen im Akkord ausgeteilt werden, teilweise lasse sich die Pflege "nicht fachgerecht" ausüben – alles geschehe unter enormen Zeitdruck.
200.000 Euro Defizit pro Jahr
Bürgermeister Eberhard Streit steht dazu, die Caritas als Unterstützer mit ins Boot geholt zu haben. Fast zwei Jahre lang habe man vergeblich versucht, das Defizit von 200.000 Euro pro Jahr zu minimieren. Nun sollen die "Pflegeprofis" helfen. Für die Ängste der Mitarbeiter habe er durchaus Verständnis, sagt Streit. Gleichzeitig aber könne man es sich einfach nicht leisten, zu viel Personal zu beschäftigen.
Caritas verteidigt Vorgehen
Die Caritas, deren Unterstützung unentgeltlich sei, betont indes, dass in keinem Bereich zu wenig Personal vorhanden sei. Zudem habe es keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben – lediglich Kündigungen innerhalb der Probezeit.
Stadtrat diskutiert
Nun will der Stadtrat überlegen, ob und wie die Stadt der Stiftung unter die Arme greifen könnte. Oberstes Ziel müsse es sein, die beiden Häuser zu erhalten, so Streit.

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