Rechte Szene Filmvorführung am Untermain schlägt Wellen
Die Filmvorführung der Nazi-Reportage "Blut muss fließen" am Mittwoch (20.02.13) hat die Rechte Szene am Untermain aufgeschreckt. Beim Aschaffenburger Kreisjugendring gingen Drohanrufe ein und drei NPD-Funktionäre verteilten CDs an Schüler.
Bereits am Mittwochvormittag, als der Aufklärungsfilm "Blut muss fließen – Undercover unter Nazis" rund 600 Schülern im Kulturpark Hösbach (Lkr. Aschaffenburg) gezeigt wurde, haben drei Männer mit rechter Gesinnung mobil gemacht. Nach Auskunft des Aschaffenburger Kreisjugendpflegers Klaus Spitzer haben drei NPD-Funktionäre direkt vor der Halle Schulhof-CDs verteilt, während der Film des Undercover ermittelnden Journalisten Thomas Kuban gezeigt wurde.
Bedrohungen und Einschüchterungen
Die nächste Hiobsbotschaft kam dann am Abend, als "Blut muss fließen" öffentlich im Aschaffenburger Casino-Kino gezeigt wurde. Tina Belotti, Vorsitzende des Kreisjugendrings, spricht von einem Drohanruf vor der Veranstaltung. Sie solle besser fern bleiben, sonst werde noch etwas passieren, sagte der Anrufer. Überhaupt erfährt Belotti seit dem Start der Themenreihe letzten Herbst permanente Einschüchterungsversuche.
"Es werden Eier auf meinen Balkon geworfen, es gibt Klingel-Terror an der Haustüre und meinem Sohn rufen sie hinterher: 'Deine Mutter kriegen wir auch noch'."
Tina Belotti, Vorsitzende des Kreisjugendrings
Peter Ohlendorf, der Regisseur des Films "Blut muss fließen" zeigte sich bestürzt. Dass NPD-Mitglieder provokativ während der Veranstaltung ihre CDs verteilen, hält er für bedenklich, von Scheu sei nichts zu spüren. Und auch die Drohanrufe zeigen ihm zufolge, dass die Thematik in Aschaffenburg ins Schwarze trifft und das Thema zu lange "unter den Teppich gekehrt" wurde.

Wetter
