Unterfranken

Karlstadt (Lkr. MSP) Förderverein für Laudenbacher Synagoge

In Laudenbach, einem Stadtteil von Karlstadt (Lkr. Main-Spessart), ist am Dienstag (22.01.13) ein Förderverein zum Erhalt der ehemaligen Synagoge gegründet worden. Der Verein möchte dazu beitragen, dass das marode ehemalige Gotteshaus saniert wird.

Stand: 23.01.2013
Die Synagoge von Laudenbach | Bild: BR-Mainfranken/Sylvia Schubart-Arand

Rund 50 Besucher kamen zur Gründungsversammlung des Fördervereins. Die Aktivisten haben sich zum Ziel gesetzt, die ehemalige Laudenbacher Synagoge zu retten, herzurichten und öffentlich zu nutzen, damit die jüdische Kultur und die jüdischen Mitbürger des Ortes in lebendiger Erinnerung gehalten werden können. Die ehemalige Laudenbacher Synagoge Gebäude stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Bürgermeister spricht von langwierigem Projekt

Das baufällige Gottsehaus steht zum Verkauf.

Bei der Gründungsversammlung erklärte Karlstadts Bürgermeister Paul Kruck (Freie Wähler), dass ein solches Projekt Zeit benötige, um verwirklicht zu werden. Notwendig seien nun Befunduntersuchungen, um den Sanierungsaufwand festzustellen. Im nächsten Schritt stünden bauliche, restauratorische Voruntersuchungen an, um anhand von Jahresringen an den Holzbalken das genaue Alter der Synagoge festzustellen.

Mögliche Nutzung der Synagoge noch offen

Hebräische Inschrit über der Eingangstür

Wie Herbert Werthmann von der Laudenbacher Gemeindeverwaltung sagte, soll nun im Ort in Ruhe überlegt werden, wie die Synagoge nach der Restaurierung genutzt werden könnte. Im Rathaus möchte man das Projekt in die Dorferneuerung einbeziehen, die vor über einem halben Jahr beim Amt für ländliche Entwicklung beantragt wurde. Nach den Plänen des Fördervereins soll die sanierte Synagoge für Schulklassen und Jugendgruppen offen stehen, um dort Projekte zum jüdischen Leben verwirklichen zu können. Der Bau soll aber als Ort für kulturelle Veranstaltungen dienen.

Diskussion über Restaurierung angestoßen

Erklärende Tafel an der Außenwand der Synagoge

Die ehemalige Synagoge von Laudenbach soll saniert werden. Nach Einschätzung eines Experten ist das Gotteshaus sanierungsfähig und ein würdiges Baudenkmal. Ein Sachverständiger vom Amt für Denkmalpflege hatte das stark in Mitleidenschaft gezogene Gotteshaus im Dezember 2012 in Augenschein genommen. Eine Initiative zum Erhalt der Synagoge, aus der der Förderverein hervorgegangen ist, hatte die Erstuntersuchung angeregt, da sich das ehemalige jüdische Gotteshaus in Privatbesitz befindet und zum Verkauf steht.

Hintergrund

Die Synagoge von Laudenbach ist in einem baulich schlechten Zustand und diente in den vergangenen Jahrzehnten als Werkstatt und Lagerraum. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Inneneinrichtung der Synagoge und die Ritualien zerschlagen, beziehungsweise in Brand gesteckt. Das Gebäude kam wenig später in Privatbesitz. Laudenbach hatte einst eine große jüdische Gemeinde. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten knapp 30 Prozent der 900 Bürger dem jüdischen Glauben an. 1933 lebten noch 79 Juden dort. In Laudenbach könnte ein Ensemble ehemaliger jüdischer Ritualorte aus Friedhof, Synagoge, Mikwe – jüdisches Reinigungsbad – und Mazzenbäckerei erhalten werden.


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