Unterfranken

Kindermünder zugeklebt Ermittlungen gegen Erzieherinnen eingestellt

Die Ermittlungen gegen die Leiterin und eine Erzieherin eines Kindergartens in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) sind eingestellt worden. Als Disziplinierungsmaßnahme hatten die Frauen mehreren Kindern die Münder mit Klebestreifen zugeklebt.

Stand: 21.05.2013
Der Kindergarten im Wertheimer Stadtteil Bettingen | Bild: BR-Mainfranken-Achim Winkelmann

Die Ermittlungen wegen Verdachts der Körperverletzung sind laut Staatsanwaltschaft Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) mittlerweile weitestgehend eingestellt. Die Klebestreifenaktion sei als Disziplinierungsmaßnahme gedacht gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag (21.05.13) mit. Die handelsüblichen durchsichtigen Klebestreifen hätten sich schmerzfrei wieder lösen lassen oder gar von selbst gelöst. "Teilweise hatte der Klebestreifeneinsatz die betroffenen Kinder offenbar überhaupt in keinster Weise beeindruckt", berichtete die Staatsanwaltschaft.

Ein Kind hat Anspruch auf Schmerzensgeld

Die Leiterin des Kindergartens im Wertheimer Stadtteil Bettingen muss einem Kind Schmerzensgeld zahlen, weil es berichtet hatte, seine Atmung sei durch die Klebestreifen minimal beeinträchtigt gewesen. Wenn das Amtsgericht Wertheim zustimmt, wird das Ermittlungsverfahren anschließend auch in diesem Fall eingestellt.

Skandal im Kindergarten

Am 23. Januar wurde bekannt, dass die Leiterin des städtischen Kindergartens drei Kindern den Mund mit Tesa-Film zugeklebt hatte. Aus Sicht der erfahrenen Erzieherin war dies ein Versuch, ein Problem spielerisch in den Griff zu bekommen: Die Kinder hätten nicht nur gestört, sondern schon länger mit Schimpfworten in Fäkalsprache um sich geworfen. Deswegen habe die Kindergartenleitung zuvor auch schon Kontakt mit den Eltern aufgenommen.


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