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2. Würzburger Mediengespräche Facebook, Twitter und der Wahlkampf

"Das Spiel mit Angst und Wut - die Emotionalisierung von Wahlkämpfen über die Medien" war Titel der 2. Würzburger Mediengespräche. Mit auf dem Podium: Markus Söder (CSU) und SPD-Bundes-Vize Ralf Stegner.

Stand: 14.06.2017

Ralf Stegner (SPD), Markus Söder (CSU) | Bild: picture-alliance/dpa / Collage: BR

Kaum ist Ralf Stegner in seiner norddeutschen Heimat erwacht, da setzt er über Twitter auch schon den ersten Morgentweet ab. Und auch der Bayerische Finanzminister Markus Söder steht ihm da nicht nach. Über Facebook gibt es nahezu täglich Kommentare, immer häufiger auch kleine Filmchen mit Statements über private Befindlichkeiten, aber auch aktuelle politische Vorgänge.

Soziale Netzwerke als Brandbeschleuniger

Themen richtig einzuordnen und zu recherchieren sei schon immer die Kernaufgabe des Journalismus gewesen, sagt Mainpostchefredakteur Michael Reinhard. Aber die Zeiten hätten sich geändert:

"Soziale Netzwerke fungieren als eine Art Brandbeschleuniger, das macht uns das Geschäft etwas schwieriger. Weil in Zeiten von 'Fakenews' und 'Alternativen Wahrheiten'  die Leute nicht unbedingt das, was Faktum ist, glauben wollen, sondern das, was sie empfinden, wenn sie ein Faktum transportiert bekommen."

Michael Reinhard, Mainpostchefredakteur

Neben Mainpostchef Michael Reinhardt und dem Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Schweiger von der Universität Hohenheim saß auch Stefan Primbs vom Bayerischen Rundfunk in der Gesprächsrunde. Er ist Leiter eines neuen Teams im BR (BR Verifikation), das in den sozialen Medien Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt prüft:

"Wir sind die Andockstelle für den Faktenfinder der Tagesschau (ARD aktuell), wir bringen die regionale Kompetenz hinein und sind die Verbindungsstelle zu den regionalen Korrespondenten. Die meisten Fakenews sind regional. Wir schauen aber auch aktiv in die sozialen Netzwerke hinein und schauen welche relevanten Debatten gibt es, die wir Journalisten vielleicht noch gar nicht im Blick haben."

Stefan Primbs, Bayerischer Rundfunk

Für Gunther Schunk vom Vogelverlag ist es wichtig, dass sich der Journalismus selbst immer wieder auf den Prüfstand stellt. Und da sieht er die Würzburger Mediengespräche richtig positioniert.

Livestream und Facebook live

"Das Spiel mit Angst und Wut - die Emotionalisierung von Wahlkämpfen über die Medien." Die 2. Würzburger Medientage wurden am Mittwoch, 14. Juni, 18 Uhr im Audiomax der Uni Würzburg am Sanderring veranstaltet. Es gab einen Videolivestream des Bayerischen Rundfunks dazu, bei Facebook live und  auf den Netzseiten der beteiligten Medienhäuser. Über Facebook live konnten sich User an der Diskussion beteiligen.


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Raymond, Dienstag, 13.Juni, 07:51 Uhr

3. Frustration der Burger ?

vor allem von den Politikern wird so getan , als seien die derzeitgen Probleme hinzunehmen , die doch gerade von den Populisten erst kreiert wurden , der Bevoelkerung vorschreiben was zu tun , was zu waehlen ist . Schaut man sich am Arbeitsmarkt um , versuchen immer Firmen die Lage auszunutzen und jetzt die Imigranten fuer moeglichst wenig Bezahlung in Arbeit zu bringen , selbstverstaendlich , vorher sich der teuren Belegschaft zu entledigen , das Schlimme ist die Regierung schaut hier tatenlos zu , nicht zuletzt desshalb , wie sie selbst massgeblich fuer dieses Problem verantwortlich ist .

Hans Holtz, Donnerstag, 08.Juni, 20:49 Uhr

2. Die Bürger sind frustriert, aber auch nicht ohne Grund.

Die meisten Emotionen lassen die Medien hoch kochen. Weil die schon seit Jahren ihre eigenen Ansichten als die der Allgemeinheit unter die Leute bringen. Dabei hätten die nur zu berichten, keinesfalls zu WERTEN. Und seltsam, die berichten eben immer befürwortend für Grüne, Linke und Sozen. Während bei den Journalisten die AfD nur mit dem Wörtchen "rechtspopulistisch" in ihrem Sprachgebrauch vorkommt. Schon deswegen graut mich vor der Endphase des Wahlkampfes. Es wird mal wieder systemtreu berichtet werden, während man die AfD-Politiker als braune Gefahr hinbiegen wird. Und die CSU wird auch nicht die beste Einschätzung ab bekommen, denn die Sympathie der Journalie liegt nun mal (sogar statistisch belegt) bei Grünen und Linken.

  • Antwort von Michael, Sonntag, 11.Juni, 09:28 Uhr

    Muss ich mich jetzt schlecht fühlen, weil ich keinen Account bei Twitter oder Facebook habe um die geistreichen Ergüsse der Beiden online zu lesen? Nööö, da warte ich lieber bis mich die Politker von Plakaten angrinsen und mir dort großartige Veränderungen und Reformen versprechen. Dann weiß ich es ist Wahlkampf. Es wird wieder Volksnähe geheuchelt und missbraucht um sich die begehrten Plätze an den Futtertrögen für Bezüge und Pensionen zu sichern. Ganz nebenbei werden noch Beziehungen zu Konzernen geknüpft um nach der Beendigung der politischen Laufbahn nicht am Hungertuch nagen zu müssen.

    Aber da mir die Politik generell irgendwo vorbei geht und ich den Aussagen kaum oder keine Beachtung schenke, erlaube ich es mir, die Zeit am Wahltag zu nutzen um etwas Sinnvollers zu machen als zur Urne zu gehen.

  • Antwort von brain09, Mittwoch, 14.Juni, 12:34 Uhr

    Warum lieber Herr Sonntag, deswegen schlecht fühlen!? Obwohl ich vormals Medial gearbeitet habe, Habe ich auch keinen Twitter oder Facebook account! Wozu auch ?Man wird damit doch eh nur mitUnwichtigem Mist zugemüllt! Bestes Beispiel wohl der Söder Tweed, was interessiert einem nun ob Herr Söder zum Spargel lieber Fränische Bratwürste oder anderes mag! Nur ein kleines Beispiel dieses sinnlosen bzw. sinnentleertem Gezwitscher in den sozialen Netzwerken! Also kurzum ich für meinen Teil lebe sehr gut und entspannt ohne diesen Quatsch! Und habe nicht das Gefühl etwas wichtiges zu verpassen! Insofern sonnige & entspannte Grüße aus dem schönen Würzburg!:))

  • Antwort von AfDler und ihre "Wahr"nehmungen, Donnerstag, 15.Juni, 21:42 Uhr

    Hans Holtz, dass sie AfDler sind, ist mittlerweile hinreichend bekannt.
    Aber den BR jetzt noch als linken Sender hinzustellen, der Linke, Sozen und Grüne bevorzugt
    darstellt, lässt mich doch sehr an ihrer Wahrnehmung zweifeln.
    Haben sie nie den Umgang mit einer relativ unabhängigen Presse kennengelernt (DDR)?
    Dann noch die Kritik am Umgang der Presse mit der AfD.
    Wer schreit Lügenpresse, wer sperrt Journalisten aus und pöbelt sie an?
    Auch sollten sie einmal anfangen Beiträge genau zu lesen, dann lernen sie den Unterschied
    zwischen Bericht und Wertung.
    Da aber ihre Verschwörungstheorien laufend im Forum zu lesen sind, wird es wohl
    bei ihrer Sicht der Dinge bleiben.
    Noch etwas, die AfD braucht man nicht als braune Gefahr hinstellen, sie ist es.

Hallo, Donnerstag, 08.Juni, 19:34 Uhr

1. Journalismus im Wandel der Zeit

Es gibt Berufe die verändern sich nicht besonders stark.
z.B. Lehrer, Gastronom. Seit Jahrtausenden die gleichen Abläufe, Anforderungen und Motivationen.

Es gibt aber auch Berufe die haben sich durch die Technisierung der Welt so grundlegend verändert, dass es sich heute um völlig andere Berufe handelt.
z.B. der Transporteur. Gestern mit dem Karren unterwegs, heute bedient er eine Maschine, übermorgen ist er vielleicht eine Maschine.
Diese "Veränderung durch Technisierung" trifft auch den Journalismus.

Hinzu kommen die Machtspielchen mit denen Journalisten schon immer konfrontiert waren, die aber in den letzten Jahrzehnten geradezu eskalieren.
Der alte Spruch "Die Feder ist mächtiger als das Schwert." ist aktueller denn je.

Vor 30 Jahren da waren Journalisten sowas wie Berichterstatter. Die Menschen haben ihnen interessiert zugehört um etwas über die Welt zu erfahren.
Heute sind Journalisten eher sowas wie Marktschreier auf einem lauten, belebten Markt. Also eher nervig.

  • Antwort von Druckerpresse, Donnerstag, 15.Juni, 21:52 Uhr

    Hallo, warum immer diese Verallgemeinerungen ?
    Bei einem Teil haben sie bestimmt recht, die bedienen die Käufer auf dem Markt,
    die nur die Ware der Schreier wollen.
    In den 30 Jahren hat sich gerade bei dieses
    Medium rasend schnell verändert.

    Es gibt aber immer noch die seriösen Berichterstatter.

    Bitte nicht immer diese Pauschalierungen.