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Sichtungen in Unterfranken Der Wolf kehrt zurück

Der Wolf ist zurück. In Bayern hat das bislang für die Oberpfalz und Teile Oberbayerns gegolten. Jetzt wurde auch in Unterfranken mindestens ein Wolf gesichtet. Das Landesamt für Umwelt hat ein Beweisfoto veröffentlicht.

Von: Barbara Markus

Stand: 20.06.2017

Auf dem Bild ist deutlich ein Wolf zu erkennen, besser als auf vielen anderen Handyfotos, die seit letzter Woche kursieren. Die Aufnahme stammt aus dem Landkreis Main-Spessart. Mehrere Augenzeugen haben den Wolf bereits gesehen, so wie Julius Rüb. Der 84-Jährige aus Neuendorf stand in seinem Garten als kaum 20 Meter von ihm entfernt ein Wolf auftauchte. Er kann das Tier exakt beschreiben:

"Der Rücken war grau, die Seite rostbraun. Das kann nichts anderes gewesen sein als ein Wolf. Er hat sich dann langsam umgedreht, und ich habe gesehen, dass es ein Rüde war. Da gibt es nichts zu deuteln."

Julius Rüb

Julius Rüb aus Neuendorf hat von seinem Garten aus einen Wolf gesehen.

Der Anblick des Tieres hatte dem ehemaligen Forstwirt spontan einen Aufschrei entlockt, den er allerdings schnell bereute. Der Wolf trat daraufhin nämlich den Rückzug über die Streuobstwiese in Richtung Wald an, nicht weit von Rübs Wohnhaus entfernt. Dort war der Wolf wenige Minuten zuvor bereits Förster Axel Scholz beinahe vors Auto gelaufen.

"Ich wurde verständigt, dass auf den Bahngleisen ein Wolf gesehen wurde. Ich habe es zuerst nicht geglaubt, muss ich ganz ehrlich sagen. Als ich hingefahren bin, war er auch nicht mehr dort, sondern nachdem ich eine Runde im Wald gedreht hatte, ist er mir auf einmal vors Auto gelaufen. Wenn man den Wolf in Natur sieht, dann sieht man, dass das ein Wolf ist und kein Hund."

Förster Axel Scholz

Das Landesamt für Umwelt hat ein Beweisfoto veröffentlicht.

Von 52 bestätigten Wolfsrudeln bundesweit war im letzten Jahr noch kein einziges in Bayern heimisch. Das scheint sich jetzt aber zu ändern, meint Christian Müller-Wirth. Der Förster aus Gemünden gehört zu den Freiwilligen in einem Netzwerk für die großen Beutegreifer, zu denen auch der Wolf zählt. Die Jungtiere, sagt er, würden sich im Laufe ihrer Entwicklung eigene Reviere suchen. So käme es zu solchen Begegnungen wie jetzt in Neuendorf. Auch im Bereich Marktheidenfeld und Burgsinn sei ein Wolf gesehen worden. Ein Jäger habe ihn fotografiert.

"Es sind die ersten sicheren Nachweise in Unterfranken. Das ist jetzt schon eine gewisse Sensation."

Förster Christian Müller-Wirth

Inzwischen wurden mehrfach Wölfe mit dem Handy fotografiert, so wie hier bei Neuendorf.

Und auch bei Gerolzhofen wurde ein Wolf gesichtet. Ob es verschiedene Tiere sind oder immer der gleiche? Wölfe können mühelos große Distanzen zurücklegen. Die Hatz ist ihr Metier, sagen die Experten. Durchschnittlich drei Kilogramm Fleisch benötigt ein Wolf pro Tag, um sich dafür bei Kräften zu halten. Dabei ist er nicht wählerisch.

Zu 40 Prozent ernährt sich der Wolf von Rehwild, denn das kommt am häufigsten vor, erklärt Christian Müller-Wirth. Dazu kommen etwa 20 Prozent Roth- oder Dammwild, soweit vorhanden, und 20 Prozent Schwarzwild. Der Rest sind kleinere Tiere wie Hasen oder Mäuse. Auch Ziegen oder Kälber kann ein Wolf reißen, wenn sie als Nahrung leicht verfügbar sind. Daher kommt wohl auch die Mär vom bösen Wolf. Julius Rüb zeigt sich allerdings furchtlos.

"Der Wolf hat Angst vorm Menschen und greift ihn in der Regel nicht an."

Julius Rüb

Nur ganz wenige Fälle von Angriffen auf den Menschen sind aus Ländern bekannt, in denen der Wolf schon wieder oder immer noch heimisch ist, bestätigt Christian Müller-Wirth. Trotzdem rät er dazu, auf Abstand zu gehen, denn der Wolf ist und bleibt nun mal ein Raubtier. Auf keinen Fall sollte man versuchen, ihn zu füttern. Das würde eine Zutraulichkeit zum Menschen schaffen, die langfristig zum Problem werden kann.


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Birke Grotjahn , Mittwoch, 21.Juni, 18:47 Uhr

13. Wolf

Leute freut euch über Artenvielfalt in der Natur. Der Wolf ist ein wunderschönes Tier und hat eine Daseinsberechtigung und darf auf keinen Fall bejagt werden.

petra danis, Mittwoch, 21.Juni, 15:20 Uhr

12. wolf

ich freue mich das der wolf endlich nach 150 jahren seiner ausrottung auch wuíeder zu uns nach unterfranken kommt. der wolf ist der bessere regulator der natur.

Dieter Müller , Mittwoch, 21.Juni, 11:51 Uhr

11. Wolfsichtung

Willkommen mein Freund Ein schönes Leben

MS, Mittwoch, 21.Juni, 08:10 Uhr

10. Rechtschreibung

Rotwild und Damwild, bitte wenigstens richtig schreiben

Klaus Leist, Dienstag, 20.Juni, 22:40 Uhr

9. Wolf angekommen

Na endlich! Er wurde vor allem von der Großstadtbevölkerung bereits sehnlichst erwartet.

  • Antwort von Nein danke, Mittwoch, 21.Juni, 14:24 Uhr

    Genau ihr in der Stadt habt keine Ahnung weil es euch nicht betrifft !!! Weiss nicht ob das so lustig ist wenn ein Rudel in deinem kleinen vorgarten sitzt und Nachbars lumpi verspeisen ... Wer diese Tiere haben will soll sie sich in den Garten holen und für Nahrung sorgen!! Das gleiche gilt für den luchs der wird nur ausgenutzt um sich zu profilieren.. nur bla bla 1 luchs 50 Rehe im Jahr.. er frisst ja nur die kitze ha ha mit jeder führenden geiss sterben dann noch min.1 kitz. Ist schön wenn das kleine schreit weil die Mutter tot ist... so sind 2 Generationen tot und woher sollen die Rehe kommen?? Alles wird gerissen und vernichten in unserer Kulturlandschaft aber ja den Wolf brauchen wir auch noch hurra.. bürgert halt lieber wisente und elche ein... aber ich vergaß die sind nicht populär und lassen sich nicht gut verkaufen keiner denkt über die Auswirkungen nach ..... traurig ade rehwild.. ade auerhan.. aber haselhun...ade rot und dammwild willkommen wildschaden....