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Erleichterung in den Haßbergen Kein Windpark auf dem Tonberg

Die Planungen für die umstrittenen Windkraftanlagen rund um Kirchlauter und Ebern in den Haßbergen werden eingestellt. Die Bürger sind erleichtert. Der Windpark hätte den Bestand der Schwarzstörche gefährdet.

Stand: 17.10.2016

Windräder | Bild: picture-alliance/dpa

In den Haßbergen wird es keine neuen Windkraftanlagen geben. Am Montag (17.10.16) teilte die "Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge mbH", kurz GUT, mit, dass sie an ihrem geplanten Projekt nicht weiter festhält. Das Konzept sah für den so genannten Tonberg nahe Kirchberg (Lkr. Haßberge) vier Windkraftanlagen vor – mit einer Höhe von bis zu 230 Metern.

Artenschutz ausschlaggebend

Grund für die Entscheidung sind die dort ansässigen geschützten Vogelarten: Wespenbussarde, Schwarzstörche und Grauenreiher sind in den Haßbergen beheimatet. Schwarzstörche wurden in dem Bereich des Tonberges gesichtet und auch ein Schwarzstorchnest gefunden. GUT erklärte dazu: "In Verbindung mit den Unwägbarkeiten bezüglich des Verhaltens der im Haßwald vorkommenden und streng geschützten Wildkatze werden die Risiken für eine artenschutzrechtliche Zustimmung der Genehmigungsbehörden als zu hoch eingeschätzt. Die mit hohen Kosten verbundene Projektentwicklung wird eingestellt." Nach derzeitigem Stand wird es daher keine weiteren Windenergieprojekte im Landkreis Haßberge geben.

Erleichterung in Kirchlautern und Ebern

Bei vielen Menschen aus den Gemeinden Kirchlautern und der Stadt Ebern sowie im Umkreis dürfte die Entscheidung für Erleichterung sorgen. Eine Bürgerinitiative war im Landkreis Haßberge gegen die Windkraftanlagen gegründet. Ein Grund für das Bürgerengagement war, dass die Windkraftanlagen die 10-H-Regelung massiv unterschritten hätten.

Um das Windkraft-Projekt umzusetzen, wollte die Stadt Ebern ein Bauleitverfahren einleiten. Für die Bürgerinitiative wird das Thema allerdings erst abgeschlossen sein, wenn der Stadtrat von Ebern die Bauleitplanung einstellt. Dann können auch andere Projektträger hier keine Windkrafträder bauen.


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