3

Welttag am 17. November Würzburger Uniklinik: Wie sich Frühchen ins Leben kämpfen

Knapp zehn Prozent aller Neugeborenen kommen zu früh zur Welt. Darauf soll der Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November aufmerksam machen. BR-Reporterin Julia Kuhles hat ein junges Paar begleitet, das gerade zwei Frühchen bekommen hat.

Von: Julia Kuhles

Stand: 17.11.2017

Vor fünf Wochen sind Denise und Maurice Tommé zum ersten Mal Eltern geworden. Sie haben Zwillinge bekommen. Eigentlich verlief die Schwangerschaft gut. Doch nach 31 Wochen setzten die Wehen ein. "Das ging Schlag auf Schlag", erinnert sich Papa Maurice. Die Ärzte entschieden sich die Kinder per Kaiserschnitt zu holen.

Frühchen: bei der Geburt ein Kilo zu leicht

Eigentlich dauert eine Schwangerschaft 40 Wochen. Manchmal kommen Kinder bereits in der 25. Woche auf die Welt. Das ist mit hohen Risiken verbunden. Die Kinder Tommé etwa waren gerade einmal 2.000 Gramm schwer. Eigentlich hätten sie bei Geburt ein Kilo mehr wiegen sollen.

Doch die beiden sind tapfer. Schon bald kommen sie ohne Atemhilfe und Magensonde aus. Ohnehin: In der Medizin für Frühgeborene ist weniger oft mehr, erklärt Johannes Wirbelauer, Leitender Oberarzt der Würzburger Uni-Kinderklinik: "Das was man früher den Frühgeborenen nicht zugetraut hat – selbst atmen zu können, selbst Nahrung verdauen zu können – das geht sehr wohl bei einem Teil der Kinder."

Technische Unterstützung beim Atmen

Trotzdem geht es oft nicht ohne Technik: Zum Beispiel bei Babies, die nicht mal ein Kilogramm wiegen und gerade mal so groß wie eine Männerhand sind. Die Grenze zur Lebensfähigkeit liegt zwischen der 22. und 26. Woche.

Besonders wichtig ist vor allem die Lungenreife, erklärt Oberärztin Dr. Monika Rehn von der Frauenklinik: "Die Lunge ist ein Organ, das mit am meisten Hilfe braucht bei Frühgeborenen."

Auch bei den Zwillingen Tommé konnte die Lungenreife erreicht werden. Fünf Wochen nach ihrer Geburt atmen sie alleine und wiegen etwa drei Kilogramm.


3