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Fränkisches Wasserschutzbrot für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert Wie Brot Wasser schützt

Grundwasser ist wertvoll – und in Unterfranken besonders knapp. Das "Wasserschutzbrot" hilft, das Grundwasser weniger zu belasten. Jetzt ist das Projekt für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.

Von: Jürgen Gläser

Stand: 07.12.2017

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird am Freitag (8.12.17) in Düsseldorf verliehen. Mit dem Wasserschutzbrot ist ein unterfränkisches Projekt nominiert, das inzwischen in allen drei fränkischen Regierungsbezirken umgesetzt wird.

Bauern, Müller und Bäcker in einem Boot

Die Idee hinter dem Projekt: Weizen, wie er  normalerweise für Mehl verwendet wird, enthält viel Eiweiß, das Mehl klebt gut – dafür brauchen die Bauern aber viel Dünger. Soll weniger Dünger verwendet werden und weniger Nitrat in den Boden gelangen, müssen sich Bauern, Müller und Bäcker abstimmen und anpassen – das tun sie mit dem Wasserschutzbrot.

Späte Düngung, besseres Wasser

Landwirt Wolfgang Seitz aus Marktsteft (Lkr. Kitzingen) ist einer der Landwirte, zu dem die Initiatoren des Wasserschutzbrot-Projekts Kontakt aufgenommen haben. Er baut in einem Wasserschutzgebiet Weizen an.

Dabei verzichtet er auf eine späte Düngung: Um Qualitätsweizen zu erzeugen, wird nochmal Dünger gestreut, wenn schon Ähren gewachsen sind. Er erklärt: "Wir setzen diese Düngung gezielt nach vorne – und düngen schon bevor die Ähren kommen zum letzten Mal. Je später man Dünger streut, desto größer ist die Gefahr, dass der nicht mehr durch Regen gelöst wird." Dann wächst das Risiko, dass der Dünger liegen bleibt und im Herbst oder Winter ins Grundwasser gerät.

In den Backstube: Tüfteln für den Wasserschutz

Den Weizen liefert Seitz in eine Mühle in Volkach – auch sie macht beim Projekt mit. Das Mehl liefert der Müller an die Bäckerei Kohler. Dort musste man sich auf das Wasserschutz-Mehl erst einstellen. Weil es weniger Eiweiß enthält, müssen die Prozesse angepasst werden. Nadine Beuerlein von der Bäckerei Kohler erklärt: "Inzwischen läuft's. Wir haben viel rumgetüftelt und jetzt unsere gesamte Produktion auf Wasserschutzweizen umgestellt."

Wasserversorger zahlt Entschädigung

Der Wasserschutzweizen bringt einen geringeren Ertrag als normales Getreide. Dafür bekommen Landwirte wie Seitz eine Entschädigung vom Wasserversorger FWF, der in Kitzingen ein Wasserwerk betreibt. Die Schaubmühle wiederum zahlt dem Bauern für den Wasserschutzweizen etwas mehr als üblich.

Konzept breitet sich aus

Dass die Idee jetzt Schule macht, freut Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken: "Mittlerweile ist es so, dass in Ober- und Mittelfranken Partner mitmachen: Landwirte, Müller und Bäckereien. Sie produzieren Wasserschutzbrot und leisten so ihren Beitrag zum Wasserschutz"


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