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Betrugsdelikt "CEO-Fraud" Unterfränkische Polizei warnt Vereine vor "Chef-Masche"

Nach einigen Betrugsversuchen mit der sogenannten "Chef-Masche" veröffentlicht die Polizei Unterfranken nun einen Warnhinweis. Dies besonders, weil die Betrüger zuletzt kleinere Firmen und sogar Ehrenamtliche von Vereinen im Visier hatten.

Stand: 13.02.2018

Polizei warnt vor "Chef-Masche" | Bild: dpa-Bildfunk

Eine Mail vom angeblichen Chef mit der Anweisung, Geld ins Ausland zu überweisen – so funktioniert in Kurzform die "Chef-Masche" - auch bekannt als "CEO-Fraud" oder "Geschäftsführer-Trick". Nach einigen aktuellen Fällen warnt jetzt die unterfränkischen Polizei vor diesem Betrugsdelikt. Dies besonders, weil die Betrüger zuletzt vermehrt kleinere Firmen und sogar Ehrenamtliche von Vereinen im Visier hatten.

"Chef-Masche": Firma am Untermain fast um eine Million Euro betrogen

So hätte beispielsweise eine Firma im Landkreis Aschaffenburg im Dezember 2017 beinahe eine Million Euro an dreiste Betrüger verloren. Diese hatten vermutlich über das Internet die Firmenhomepage nach Mitarbeiterinformationen und E-Mail-Kontakten ausgespäht. Die Hausbank der Firma hatte letztlich den Betrug gerochen und die Überweisung nicht ausgeführt, so dass kein Schaden entstanden war.

Ehrenamtliche von Vereinen und Stiftungen im Visier

Mitte Januar 2018 erhielt dann der Vereinskassier eines Sportvereins in Schweinfurt eine gefälschte E-Mail seines Vereinsvorstands. In dieser wurde der Kassier angewiesen, mehr als 5.000 Euro nach Italien zu überweisen. Der Ehrenamtliche reagierte zum Glück richtig und fragte nochmals bei seinem Vorstand nach, so dass der Schwindel aufflog. Am Untermain ging Anfang Februar bei dem Kassier eines Sportvereins im Landkreis Aschaffenburg eine gefälschte E-Mail seines Vereinsvorstandes ein. Die Mail enthielt die Aufforderung, mehr als 7.000 Euro an ein Konto in Spanien zu überweisen. Auch in diesem Fall reagierte der Kassier richtig und fragte zunächst nach.

Betrügerische Mails von falschen Chefs

Die Polizei weist darauf hin, dass die Täter wohl darauf spekulieren, dass gerade bei Verantwortungsträgern im Ehrenamt, die oft neben ihrem stressigen Berufsalltag für das Gemeinwohl tätig sind, die Zeit für den genauen Kontrollblick fehlt. Bei der "CEO-Fraud"-Masche geben sich die Täter in der Regel als Geschäftsführer (CEO) des Unternehmens aus und veranlassen, unter Hinweis auf eine Unternehmensübernahme oder einen Geschäftsabschluss, einen Mitarbeiter zum Transfer eines Geldbetrags ins Ausland. Die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel per E-Mail, wobei die Absenderadressen verfälscht werden. Die Informationen zum Unternehmen beschaffen sich die Täter aus Wirtschaftsberichten, dem Handelsregister, der Homepage oder Werbebroschüren.


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