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Von wegen "Lügenpresse" Uni Würzburg stellt steigendes Medienvertrauen fest

Das Vertrauen der Deutschen in die Medien ist so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Würzburg. Dabei überrascht: Das Medienvertrauen wächst besonders an den politischen Rändern.

Stand: 31.03.2017

medienkritisches Graffiti | Bild: picture-alliance/dpa

Die Studienergebnisse zum Medienvertrauen haben Kim Otto und Andreas Köhler von der Universität Würzburg am Freitag (31.03.17) veröffentlicht. Ihre Erkenntnisse beruhen auf Umfragedaten im Eurobarometer der Europäischen Kommission, die an der Uni Würzburg wissenschaftlich ausgewertet wurden.

"Noch nie seit über 15 Jahren war das Vertrauen in die Presse so hoch wie heute. Den deutschen Medien ist es gelungen, das in sie gesetzte Vertrauen zu stärken und weiter auszubauen."

Kim Otto, Professor für Wirtschaftsjournalismus an der Universität Würzburg

Höchstes Medienvertrauen seit 15 Jahren

Grafische Darstellung des Medienvertrauens

Der Studie zufolge vertrauten im vergangenen Jahr 55,7 Prozent der Deutschen der Presse - gemeint sind Radio, TV und Printmedien - , nur 38,8 Prozent misstrauen ihr. Damit erreicht die deutsche Presse ihren bislang höchsten Wert, seit das Eurobarometer im Jahr 2000 das Medienvertrauen abfragt. Gegenüber dem Vorjahr konnte die Presse das in sie gesetzte Vertrauen um zehn Prozentpunkte steigern. Auch dem Fernsehen vertrauen die Menschen in Deutschland wieder stärker. 60,5 Prozent der Deutschen geben an, dem Fernsehen zu vertrauen. Das ist eine Steigerung um fast sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Radio besonders vertrauenswürdig

Der Journalist und Würzburger Universitätsprofessor Kim Otto

Das höchste Medienvertrauen in Deutschland genießt auch im Jahr 2016 das Radio. Diesem Medium vertrauen 67,8 Prozent der Deutschen. Gegenüber 2015 steigerte sich das Vertrauen um mehr als sieben Prozentpunkte. Das Medienvertrauen stieg im Jahr 2016 in fast allen Altersgruppen. Auch in der Gruppe der 25 bis 34-Jährigen konnte die Presse einen Vertrauenszuwachs verzeichnen: um zehn Prozent auf 50 Prozent bei den 25 bis 34-Jährigen. In dieser Gruppe war das Medienvertrauen im Vorjahr stark zurückgegangen. Am stärksten wuchs das Medienvertrauen bei den älteren Menschen über 75 Jahren. Hier steigerte sich das Vertrauen in die Presse um 20 Prozentpunkte auf 66 Prozent.

Vertrauenszuwachs an politischen Rändern

Was auch die Wissenschaftler überraschte: Das Medienvertrauen hat besonders bei Menschen an den Rändern des politischen Spektrums in Deutschland zugenommen Besonders stark war der Zuwachs im rechten Spektrum: 51 Prozent der Menschen, die sich selbst auf der rechten Seite des politischen Spektrums eingeordnet haben, vertrauen der Presse. Das sind 18 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. Auch TV und Radio konnten im rechten Teil des politischen Spektrums in hohem Maße Vertrauen zurückgewinnen. Das Vertrauen ins Fernsehen wuchs um zwölf Prozent auf 56 Prozent, ins Radio um 13 Prozent auf 62 Prozent bei Menschen im rechten Spektrum.

"Offenbar gelang es den Medien zuletzt immer besser, dem von rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen vertretenen Eindruck entgegen zu treten, ihre Berichterstattung sei politisch gefärbt und von oben gesteuert. Der öffentliche Diskurs über die Arbeit und Bedeutung der Medien hat deren Relevanz und das in sie gesetzte Vertrauen gesteigert. Die Diskussionen über Fake-News und die Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei haben sicherlich auch einen Anteil daran, dass die Menschen in Deutschland Presse und Rundfunk stärker wertschätzen."

Kim Otto, Professor für Wirtschaftsjournalismus an der Universität Würzburg

Die Studie zum Medienvertrauen

Prof. Dr. Kim Otto und Andreas Köhler analysieren regelmäßig das Medienvertrauen in Deutschland und Europa anhand von Sekundärdaten des Eurobarometers. Es handelt sich hierbei um eine Bevölkerungsbefragung, die von Umfrageinstituten in den Mitgliedsländern der EU im Auftrag der Europäischen Kommission halbjährlich erhoben wird. Mehr als 1.500 Bürger im Alter ab 15 Jahren wurden hierfür in Deutschland von TNS Infratest mittels computergestützten persönlich-mündlichen Interviews befragt.


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Raymond, Montag, 03.April, 09:14 Uhr

33. ist schon auch eine Kunst

etwas , so darstellen als waere dies das einzig richtige , obwohl nur von einigen Populisten und Wichtigtuern probagiert ....tut man dies immer und immer wieder
die Gegenseite reagiert nicht .....koennte man meinen die Mehrheit ist ueberzeugt , so der Glaube

Hans Holtz, Sonntag, 02.April, 19:43 Uhr

32. Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Wundervoller Aprilscherz, Redaktion. Habe zuerst gestaunt, aber dann doch geschmunzelt.

Mediennutzer, Sonntag, 02.April, 19:27 Uhr

31. Mit der Reife kommt auch die Erkenntnis.

Wen werden diese jungen Leute so befragt haben? Sicherlich vorwiegend haben die in ihrem Bekanntenkreis "geforscht". Ehrlich, wenn man jung und naiv ist, da fällt man doch auf diese ganze Mainstreampropaganda herein. Erst ab einem gewissen Alter begreift man gesellschaftliche Zusammenhänge. Seit den ersten öffentlichen Kritiken durch die Pegida-Demonstranten hat sich meiner Meinung nach überhaupt nichts zum Positiven verändert. Die Medien sind genau noch so staatshörig.

Stefan, Samstag, 01.April, 13:16 Uhr

30. Aprilscherz...

Das muss ein Aprilscherz sein. Anders geht das gar nicht.

  • Antwort von Renate E., Sonntag, 02.April, 19:28 Uhr

    Schließe mich an. Das ist ein echt gelungener!

Dagobert, Samstag, 01.April, 09:05 Uhr

29. Aprilscherz?

Der Osterhase berichtet, dass es den Weihnachtsmann gäbe... - und das nur einen Tag vorm 1.April. Aber wenn so viele dieser Meinung sind, dann muss es wohl stimmen. Ufos, lila Kuh, Wolpertinger, ... Wetten, eine Umfrage würde "beweisen": muss es wohl geben, glauben erstaunlich viele dran!