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Würzburg Studie der Uniklinik – "Hirnschrittmacher" könnte Schlaganfallpatienten helfen

Eine neue Studie der Uniklinik Würzburg lässt hoffen, dass künftig das Gehen für Schlaganfallpatienten leichter wird. Die Forscher haben herausgefunden, dass durch elektrische Stimulation, Gangstörungen bei Schlaganfallpatienten gebessert werden könnten.

Von: Klaus Rüfer

Stand: 24.11.2017

Ein Schlaganfall lässt sich so nachweisen: An einer Schichtaufnahmen eines Gehirns, die mit einem Magnetresonanztomographen aufgenommen worden ist, zeigt ein Arzt auf einen Bereich, der durch einen Schlaganfall geschädigt ist.  | Bild: picture-alliance/dpa

Etwa ein Drittel aller Schlaganfall-Patienten können kaum oder gar nicht mehr gehen. "Für diese chronischen Gangstörungen gibt es bisher keine wirklich wirksamen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten", bedauert Jens Volkmann, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg. Auch die Erfolge von übenden Therapien seien sehr beschränkt.

Neuer Behandlungsansatz könnte Patienten helfen

Jetzt haben Mitarbeiter der Klinik in einem seit 2015 laufenden Projekt möglicherweise einen neuen, vielversprechenden Behandlungsansatz gefunden. In Versuchen mit Ratten konnten sie zeigen, dass die elektrische Stimulation im Mittelhirn die koordinierte Gehfähigkeit der Tiere wiederherstellen kann. "Diese Arbeit könnte von unmittelbarer Relevanz für Schlaganfallpatienten sein", freut sich Volkmann. Mit der sogenannten "tiefen Hirnstimulation" – umgangssprachlich auch "Hirnschrittmacher" – verfüge man nämlich bereits über ein zugelassenes Verfahren, das in anderen Hirnregionen und bei anderen Erkrankungen gute Erfolge erzielt. Das Verfahren wird zum Beispiel bei Parkinson-Patienten angewendet.

Die Forscher wollen nun überprüfen, ob das Verfahren auf geeignete Schlaganfallpatienten übertragbar ist. Sollten diese Tests erfolgreich verlaufen, könnte die Studie Basis für den dauerhaften Einsatz von "Hirnschrittmachern" sein.


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