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Würzburger Burschenschaft Ärger um Strafanzeige nach Rangelei

Die Einstellung eines Strafverfahrens sorgt gerade im Raum Würzburg für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Der Grüne-Kommunalpolitiker Sebastian Hansen aus Waldbüttelbrunn war Anfang Juli in eine Rangelei mit einem AfD-Funktionär verwickelt.

Stand: 11.11.2016

Kaputte Sonnenbrille nach Schlägerei | Bild: Colourbox

Hansen hatte an einer spontanen Demonstration gegen eine Veranstaltung der AfD in den Räumen der Würzburger Burschenschaft "Teutonia" teilgenommen. Dabei sei ihm zweimal ins Gesicht geschlagen und eine Sonnenbrille zerstört worden.

Verfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt, da kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung bestehe. Hansen bezeichnet diese Entscheidung als Freibrief für rechte Schläger. Ihm steht noch der Privatklageweg offen. Dazu fehlten ihm aber die finanziellen Mittel, sagt der Student. Hansen erhebt jetzt den Vorwurf, der Würzburger Staatsanwaltschaft wäre ein rechter, gewalttätiger Übergriff auf einen Linken offenbar egal. Das sei "de facto ein Freibrief für rechte Schläger". Ihm gehe es um ein Zeichen, dass der Staat sage "da wird jemand von einem politisch motivierten Täter angegriffen und es ist uns nicht egal".

Abwägung hat stattgefunden

Auf Anfrage von BR24 führt der zuständige Staatsanwalt aus, es werde der Staatsanwaltschaft nie geglaubt, dass sie neutral ohne Blick auf den politischen Hintergrund nur nach Tatbestand entscheide. Gleichwohl würden politisch motivierte Taten schärfer gewürdigt als zum Beispiel Nachbarschaftsstreitigkeiten, weil eben gerade ein öffentliches Interesse besteht, dass Regeln eingehalten werden. Im angezeigten Fall sei aber der Schaden an der Sonnenbrille mit fünf Euro zu gering gewesen, um ein öffentliches Interesse zu bejahen. Auf der anderen Seite habe er erst aktuell einen Fall entschieden: Nachdem ein Teilnehmer einer AFD-Demonstration eine Gegendemonstrantin bzw. Passantin geschlagen hatte, kam es wegen der erheblichen Schmerzen, die sie erlitten hatte zu einem Strafverfahren.

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Heinrich, Montag, 14.November, 11:50 Uhr

4. Eines Mannes Rede - halbe Rede

Hr. Hansen selbst hat die Mitteilung bzgl. der Verweisung auf den Privatklageweg (nicht: Einstellung des Verfahrens) freundlicherweise veröffentlicht: Dort ist ausgeführt, dass die Staatsanwaltschaft aufgrund Zeugenangabe davon ausgeht, die Gruppe um H. habe den Besch. und seine Begleiter zumindest "bedrängt". Auf der Facebook-Seite der Teutonia Prag ist eine ältere Stellungnahme veröffentlicht, die (allerdings ohne ausdrückl. Bezug auf H.) von einem Beschimpfen, Bespucken und Schlagen gegen anreisende Gäste und sogar einer Raubtat (Mindeststrafe 1 Jahr!) berichtet. Ich habe jedenfalls Verständnis, dass Menschen sich entschließen, nicht Opfer der linksextremistischen Gewalttäter zu werden.

brain09, Sonntag, 13.November, 12:44 Uhr

3.

Ich kenne viele Teutonen in Würzburg! Und muß hinterfragen was ein Grüner außen stehender vermutlich uneinengeladen auf einer normalerweise geschlossenen Veranstaltung der Burschenschaft zu suchen hatte?Hansen hatte an einer spontanen Demonstration gegen eine Veranstaltung der AfD in den Räumen der Würzburger Burschenschaft "Teutonia" teilgenommen! DA kann er wohl noch froh sein, das vermutlich kein Haus friedensbruch vorlag oder angezeigt wurde!? Vermutlich werden jetzt wieder alle Burschenschaften als "Rechte Schläger- Keimzellen" gebrandmarkt! wie teilweise schon angedeutet! Aber typisch linke hetze!? Was diese definitv nicht sind!Sie führen vielmehr eine lange Tradition fort, die für viele vielleicht Seltsam und fragwürdug erscheint, da der tiefere Einblick fehlt! Aber ich gehe davon aus, das viele meiner Teutonen Bekannten den Vorfall eher bedauern! Passt er doch so gar nicht in Ihr Bild!

holzauge, Samstag, 12.November, 16:16 Uhr

2. des Opfers Schuld

Und hätte der Geschädigte Augengläser aus Glas getragen wäre er für Splitterverletzungen am Auge selber Schuld?
Ja klar ...keine Straftat wenn man als Täter schwere Folgen in Kauf nimmt!
Hoffentlich keine Schlagende Verbindung,diese Teutonia.

Markus Wimmer, Samstag, 12.November, 09:13 Uhr

1. Schwere Körperverletzung

Ich dachte, Schläge ins Gesicht sind bereits der Tatbestand der Schweren Körperverletzung? Wenn ich diese Meldung zu Ende denke, darf ich also im Umkehrschluss Burschenschaftlern ins Gesicht schlagen. Solange ich keinen Sachschaden in größerer Ordnung verursache, besteht kein Interesse an einer Strafverfolgung und ich mach das weiterhin. Danke für diesen Freifahrtschein, ich geh mir jetzt Burschenschaftler suchen!

  • Antwort von Nemo Nullus, Samstag, 12.November, 17:13 Uhr

    Da sei die Justiz vor!
    Denn bei Tätlichkeiten gegen rechts, vor allem aus der "linken" Ecke, hat sie zwei besonders scharfe Augen!!
    Und dann noch bei Burschenschaften; wo doch seit alters her die Justiz eine besondere Affinität dazu haben.