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Würzburg Stolperstein für polnischen Zwangsarbeiter

In Würzburg werden am Donnerstag 22 weitere Stolpersteine verlegt - für ermordete Juden, aber auch für Opfer von Krankenmorden, wie Andrzej Rostecki. Der polnische Zwangsarbeiter war Patient bei Werner Heyde, dem Leiter der Psychiatrie in Würzburg.

Stand: 29.06.2017

Künstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine in Erinnerung an NS-Opfer in einem Gehsteig. | Bild: picture-alliance/dpa/Sven Hoppe

Am 8. Juli 1942 starb der Patient auf einem Transport zum Amtsarzt, vermutlich durch eine Giftspritze von Heyde selbst, so Professor Martin Krupinski . Er leitet die Abteilung für forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Würzburg und ist einer von drei Forschern der Uni, die sich aktuell mit Heyde befassen.

Selbstmord nach dem Krieg

Dem Mediziner werden mindestens 100.000 Morde angelastet, weil er die Aktion T4 organisiert hat, die im Nationalsozialismus verharmlosend als "Euthanasie" bezeichnet wurde. Nach dem Krieg war Heyde als Dr. Sawade noch gut ein Jahrzehnt in Norddeutschland als psychiatrischer Gutachter auch für Gerichte tätig, bis er aufflog. Als 1964 ein Prozess gegen ihn beginnen sollte, der in seiner Bedeutung mit dem gegen Eichmann in Israel verglichen wurde, erhängte sich Heyde in seiner Zelle.

Verlegung an alter Wirkungsstätte

Der Stolperstein für Andrzej Rostecki wird am Donnerstag um 14 Uhr auf dem Margarete Höppel Platz verlegt, also direkt vor der Psychiatrie der Universität Würzburg, dem früheren Wirkungsort von Werner Heyde an der Füchsleinstraße.


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