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Stadthalle Lohr am Main Große Hoffnungen und Erwartungen

Der 1. Dezember war für die Stadt Lohr ein ganz großer Tag: Die neue Stadthalle in der Nähe des Freibads wurde eingeweiht und eröffnet. Der markante Bau war nicht unumstritten. Von Sylvia Schubart-Arand

Von: Sylvia Schubart-Arand

Stand: 01.12.2016

die neue Stadthalle in Lohr am Main | Bild: BR-Mainfranken/Klaus Rüfer

Die Architektur des siebeneckigen Klinkerbaus ist extravagant, markant - und sie hat ihren Preis: Der Wirtschaftsplan geht von knapp 20 Millionen Euro netto Herstellungskosten aus. Geplant waren nur rund 15 Millionen Euro vor dem Spatenstich am 17. Oktober 2013. Der Weg zur Stadthalle mit ihrem großen, bis zu 900 Besucher fassenden Saal samt großer Bühne, Orchestergraben und Empore, einem Konferenzbereich mit drei Räumen und Cafe war lang und steinig: 20 Jahre Planungszeit, zwei Bürgerentscheide 2003 und 2009, bei denen die Lohrer Hallenentwürfe ablehnten.

Hochwertige Materialien

Ein moderner Bau: die Stadthalle in Lohr

Erst im dritten Anlauf klappte es schließlich. Anstelle der abgerissenen alten Stadthalle sollte eine neue Halle entstehen. Das renommierte Stuttgarter Büro Bez und Kock plante, 56 Firmen waren am Bau der Halle auf dem 3.500 Quadratmeter großen Grundstück beteiligt. Der nackte Beton ist verschwunden hinter 700 Tonnen Klinkerstein für Fassade und Foyer. Hochwertig und teuer ist auch die Ausstattung mit Terrazzoboden und Eichenholzvertäfelung. Keiner spricht mehr von einem "Hochbunker" mit "Schießscharten" als Fenstern. Längst sind die ersten Gäste im vorangegangenen mehrwöchigen Probebetrieb begeistert von der Architektur und der Akustik.

Finanzielle Herausforderung

feierliche Eröffnung der Lohrer Stadthalle

Die Spessartstadt möchte mit der neuen Halle als Kulturstadt punkten im Feld der unterfränkischen Mitbewerber in Würzburg und Aschaffenburg. Die Halle zu füllen, das wird allerdings eine Herausforderung sein. Das weiß auch Bürgermeister Mario Paul, der die Enstehung der Halle praktisch von seinem Vorgänger Ernst Prüße "übernommen" hat.

"Wir haben dieses 20-Millionen-Projekt ganz alleine geschultert, ohne Fördermittel. Aber man muss es auch anders sehen: Die Möglichkeiten, die wir jetzt haben mit der Halle, die sind einmalig im gesamten Raum zwischen Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg. Und hier sehen wir schon die Chance, dass sich am Ende diese Investition rechnen wird."

Lohrs Bürgermeister Mario Paul

Kontroverse um Horrorwittchen

Im ersten Jahr sind 85 bis 100 Veranstaltungen geplant, die Nachfrage bislang ist groß. Viele Künstler kommen - von Michl Müller, dem klassischen, russischen Ballett aus Moskau übers Chiemgauer Volkstheater und den Schürzenjägern bis zu Erwin Pelzig. Zum großen Bekanntheitsgrad der Halle bereits im Vorfeld hat sicherlich auch die Kunst am Bau beigetragen: Das Schneewittchen des Laudenbacher Künstlers Peter Wittstadt. Die rund drei Meter große Bronzeskulptur hat wegen ihrer Gestaltung im Stil des Primitivismus als "Horrorwittchen" bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

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Kommentare

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Helmut Kiesel, Donnerstag, 01.Dezember, 13:39 Uhr

4. Stadthalle Lohr

Weshalb sich Alle nur so aufregen? Die Halle passt doch als Verlies für das Horror-Wittchen!

Bürger, Donnerstag, 01.Dezember, 13:21 Uhr

3. Haus für alle !

Architektensprech
Ästhetik pur
formalistisch
reduzierte Formensprache
Reduktion
Mein Sprech
Ihr könnt solche Projekte zu Tode reduzieren !
Alleine die Eingänge, schwarze Löcher !
Ein Bürgerhaus soll alle einladen, nicht abschrecken.

Schwind Johann, Donnerstag, 01.Dezember, 12:24 Uhr

2. Stadthalle Lohr-Fall für den Bund der Steuerzahler

Interessante Information: Die Lohrer Stadthalle wird heute eröffnet, gleichzeitig öffnet Frau Maria Ritch die Vivepräsidentin des Bundes der Steuerzahler meinen Briefumschlag. Der Inhalt: Meine Anzeige -"form- und fristgerecht"- in Sachen: die neue extravagante Stadthalle - was für eine Verschwendung von Steuergeldern. Richtig? Eine neutrale übergeordnete Stelle soll/wird darüber befinden. Und das ist gut so. Auch richtig?

Neue Architekten braucht das Land, Donnerstag, 01.Dezember, 10:10 Uhr

1. Einheitsbrei

Ödnis pur !
Fällt den Architekten nichts mehr ein ?
Quadratisch, praktisch nicht gut.
Die einzige Neuerung, kein Sichtbeton !
Das hat für mich nichts mehr mit Moderne zu tun,
einfach nur langweilig.
Davor dann, wie jetzt sehr häufig zu sehen ist, ein Platz, der ganz bestimmt nicht
zum verweilen einlädt.
Schöne neue Welt !

  • Antwort von R.B., Donnerstag, 01.Dezember, 12:16 Uhr

    Da kann ich Ihnen nur Recht geben. Und für dieses abgrundtief hässliche Etwas, sollte man den komplette Stadtrat und Bürgermeister in Regress nehmen. Warum nur, lassen sich die Bürger dies gefallen? Sind sie tatsächlich schon so abgestumpft und nehmen die "vorsätzliche" Steuerverschwendung einfach hin?