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Aus für Schwarzkopftunnel Erster Zug fährt auf der neuen Spessart-Strecke

Heute (19.06.17) fährt der erste Zug über die neue Bahnstrecke zwischen Laufach und Heigenbrücken, die Umfahrung des Schwarzkopftunnels. Zeitgleich werden die alte Strecke und der Bahnhof Heigenbrücken stillgelegt.

Von: Katrin Küx

Stand: 19.06.2017

Dafür wird der neue Bahnhalt Heigenbrücken in Betrieb genommen. Dann beginnt die Verfüllung des alten Schwarzkopftunnels mit etwa 68.000 Kubikmeter Abraum.

Zunächst nur eingleisige Befahrung

Allerdings muss der Bahnhalt Heigenbrücken noch fertiggestellt werden, da dieser auf etwa 100 Meter Länge in die heutige Strecke hineinragen wird. Daher werden für etwa fünf Tage die Züge auf zwölf Kilometer Länge zwischen Laufach und Wiesthal nur eingleisig fahren können.

Weitere Sperrung nötig

Vom 24. bis zum 26. Juni wird die Strecke aber nochmals total gesperrt, um weitere Arbeiten vorzunehmen. Regionalzüge werden durch Busse ersetzt, es gibt Zugausfälle und es gelten veränderte Fahrzeiten. Fernzüge zwischen Hanau und Würzburg werden umgeleitet, wodurch der Halt in Aschaffenburg entfällt. Die Reisezeit verlängert sich um bis zu 75 Minuten. Vor allem Pendler, Schüler, aber auch Fernreisende sind betroffen. Ab dem 26. Juni können die Züge regulär zwei Gleise auf der neuen Schwarzkopftunnelumfahrung nützen.

Am letzten Donnerstag wurden die letzten Güterzüge von einer Schiebelok über die steile Spessartrampe und durch den Schwarzkopftunnel geschoben. Da die neue Streckenführung flacher ist, erübrigt sich künftig diese "Aufstiegshilfe".

Hintergrund  

Die Strecke der so genannten "Main-Spessart-Bahn" zwischen Hanau und Würzburg zählt zu den am stärksten befahrenen Strecken im Eisenbahnnetz der Deutschen Bahn. Ein Neubau zwischen Laufach und Heigenrücken war notwendig, weil sich eine Sanierung des rund 160 Jahre alten Schwarzkopftunnels nicht gelohnt hätte. Außerdem gilt der Abschnitt als Nadelöhr, da Güterzüge auf der steilen Spessartrampe oft angeschoben werden müssen und es dadurch zu Verzögerungen kommt. Die neue 7 km lange zweigleisige Strecke, für die vier Tunnel in den Berg gesprengt wurden, verläuft wesentlich flacher.


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Kommentare

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Reisender, Dienstag, 20.Juni, 08:20 Uhr

5.

Und es rollt der ICE durch die Nacht und den Schwarzkopftunnel.

Baureihe 151, Ellok f. d. schweren Güterzugdienst, Montag, 19.Juni, 17:04 Uhr

4.

Zitat DB Netze: "Mit über 200 Zügen täglich zählt sie zu den am stärksten frequentierten Trassen im Netz der Deutschen Bahn."

Die Main-Spessart-Bahn bedient den Korridor Ruhrgebiet-Frankfurt/Main-München und in Randlagen darüber hinaus Wien bzw. Budapest bis Hamburg bzw. Kiel.
Die Spessartrampe war eine der letzten Strecken, wo man Züge mit vier Loks sehen konnte.
Schwere Erz- u. Kohlezüge mit bis zu 4.000 t Last werden von zwei Loks gezogen.
Vor der Spessartrampe bei Laufach fuhren zwei Schiebeloks auf den Zug auf und schoben ihn über die Rampe. Nach der Rampe, vor dem Schwarzkopftunnel, bremsten die Schiebeloks ab und der Zug konnte ohne anzuhalten weiterfahren, da die Loks nicht mit dem Zug gekuppelt waren. Die Loks hatten je 8.000 PS und die zulässige Höchstgeschwindigkeit für diesen Schiebedienst betrug 60 km/h.
Damit endet nach 163 Jahren die Geschichte eines legendären Steilstücks.

radelnder Fledermausfreund, Montag, 19.Juni, 15:17 Uhr

3. Als Radweg oder für Fledermäuse erhalten?

Den alten Tunnel als Radweg und/oder für Fledermäuse zu erhalten kam nicht in Frage?

  • Antwort von S. Jürgens, Montag, 19.Juni, 21:07 Uhr

    Da der Tunnel sanierungsbedürftig ist und die letzte Sanierung gerade mal 7 Jahre gehalten hat wird es wohl nicht wirtschftlich sein ihn als Radtunnel zu erhalten. Eine Sanierung kostet mehrere Millionen Euro. Es gibt Wassereinbrüche und im Winter zahlreiche Eiszapfen weshalb die Geschwindigkeit schon auf 70 km/h beschränkt wurde. Außerdem ist er fernab jeglicher Radrouten. Mit dem Aushub der neuen Tunnel wird er verfüllt. Dieser liegt auf der Westseite schon parat. Die Portale bleiben erhalten und dienen als Fledermausunterschlupf.

M. Krause, Montag, 19.Juni, 12:30 Uhr

2. Zukünftig mehr Güterzüge

Wenn ich die Aussagen der Deutschen Bahn richtig deute, wird der Verkehr auf diesem Abschnitt aber zunehmen.

Uwe Gierhan, DB CARGO: Die Durchführung von Intermodal-Verkehren (Container….) ist ein weiterer großer Vorteil der neuen Strecke. Diese mussten bisher, wegen des „Nadelöhrs“ Schwarzkopftunnel, über andere Strecken umgeleitet werden.

Hauptsache, es wird leiser !

Gruß aus Heigenbrücken. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Nürnberger, Montag, 19.Juni, 10:02 Uhr

1. "mit am stärksten befahrenen Strecke" ?

Da der neue Streckenabschnitt schneller als bisher - im Bereich des Bahnhofs Heigenbrücken waren es nur 70 km/h - befahren werden kann, wird sich die Reisezeit wieder etwas verkürzen.
Zur Hintergrundinformation "Main-Spessart-Bahn zählt zu den am stärksten befahrenen Strecken ...": Das ist etwas übertrieben. Es verkehren 1-2 Fernverkehrszüge pro Stunde und Richtung und ebenso 1-2 Regio-Züge. Dazu kommen einige Güterzüge, deren Zahl aber durch das zeitraubende Beistellen / Abkuppeln einer Schublok für die Spessartrampe auch begrenz ist.. Was die Anzahl der Züge angeht, kann nahezu jede andere Hauptsrecke mithalten

  • Antwort von Christian Lindner, Montag, 19.Juni, 12:13 Uhr

    Die Schubloks wurden nicht gekuppelt, sondern schoben ungekuppelt bis kurz vor das Tunnelportal auf westlicher Tunnelseite.
    Was sich ja durch den Neubau jetzt erübrigt hat.