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Spenden für Kinder Mobile Palliativ-Versorgung für Unterfranken

In Unterfranken gibt es immer noch keine häusliche Palliativ-Versorgung für Kinder und Jugendliche. Der Malteser Hilfsdienst möchte das so schnell wie möglich ändern.

Stand: 01.02.2016

Eine Schwester vom Kinderhospiz "Bärenherz" in Leipzig kümmert sich um ein todkrankes Kind  | Bild: picture-alliance/dpa

Jedes Jahr sterben in Unterfranken etwa 50 Kinder und Jugendliche an unheilbaren Krankheiten. Ihre letzten Tage und Wochen verbringen die meisten im Krankenhaus. Dabei wäre es für Patienten und ihre Angehörigen sehr wichtig, wenn sie die verbleibende Zeit zuhause, im Kreise ihrer Familie, sein könnten. Genau das will der Malteser Hilfsdienst auch in Unterfranken mit einer ambulanten häuslichen Palliativ-Versorgung ermöglichen, doch für einen baldigen Projektstart ist die Finanzierung noch nicht gesichert.

Betroffene Mutter spricht über Erfahrungen

Am Montag wurde die Situation bei einem Pressetermin in Würzburg vorgestellt. Dabei kam unter anderem eine betroffene Mutter zu Wort. Judith Wenzel lebt in Heinrichsthal im Landkreis Aschaffenburg und hat zwei Töchter, die beide unter schweren Krankheiten leiden. Die 19-Jährige hat eine Stoffwechselspeicherkrankheit und sitzt im Rollstuhl, kann nicht mehr sprechen und wird durch eine Magensonde ernährt. Die 15-Jährige leidet unter epileptischen Anfällen und steht unter ständiger Beobachtung. Arztbesuche sind sehr zeitaufwendig, denn auch wenn der nächste Kinderarzt 20 Minuten entfernt ist, bis zur nächstgelegenen Kinderklinik braucht Judith Wenzel eine Stunde. Eine palliative häusliche Versorgung der beiden Mädchen würde die Familie enorm entlasten.

Finanzierung noch nicht gesichert

In Hessen und im benachbarten Mittelfranken gibt es so eine Versorgung bereits. Und in grenznahen Einzelfällen betreuen diese Teams auch Kinder in Unterfranken. Für das Projekt werden 400.000 Euro gebraucht, sagt Stefan Dobhan, Diözesangeschäftsführer der Malteser. 100.000 Euro sind bereits zugesagt, allein 50.000 davon kommen von der Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks. Jetzt sind die Malteser auf Hilfe angewiesen, um die palliative häusliche Versorgung finanzieren zu können.

Bitte überweisen Sie Ihre Spende auf das folgende Konto:

Malteser Hilfsdienst e.V.
Stichwort: "Kinderpalliativteam"
IBAN: DE27370601201201222016
BIC/S.W.I.F.T.:GENODED1PA7

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Alexander Hirte, Dienstag, 02.Februar, 07:26 Uhr

1. Kinderpalliativteam

Liebes Bayern1 Team,
wir sind selbst betroffen und haben uns sehr über diesen Beitrag gefreut. Wir haben das Glück im Grenzgebiet zu wohnen (Aschaffenburg) und somit noch gerade vom Hessischen Palliativteam betreut zu werden. Man kann sich nicht vorstellen, wie diese Menschen einem das Leben erleichtern können. Wir hoffen, dass andere Familien in Unterfranken ebenfalls schnellstmöglich einen Zugang zu diesen Insitutionen erhalten!

mit freundlichem Gruß
Familie Hirte

  • Antwort von Christina Gold, Malteser Hilfsdienst, Mittwoch, 03.Februar, 09:45 Uhr

    Sehr geehrte Familie Hirte,
    auch wir freuen uns sehr, dass dieses Projekt jetzt auf den Weg gebracht ist und wir dann Familien wie Ihnen das (ohnehin schon schwere) Leben ein bisschen erleichtern können. Wir setzen daher alles daran, dass die weiteren Schritte möglichst zügig und gut gegangen werden können und wir bald an die tatsächliche Arbeit gehen können.
    Herzliche Grüße aus Würzburg und alles Gute für Sie!
    Christina Gold, Malteser Unterfranken
    www.malteser-unterfranken.de