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Entscheidung in Lohr Schneewittchen bekommt prominenten Platz

Einmal mehr war die vieldiskutierte Schneewittchen-Skulptur des Laudenbacher Künstlers Peter Wittstadt Thema im Lohrer Stadtrat. Dieses Mal ging es darum, wo die Figur stehen soll. Immerhin: Sie bekommt einen prominenten Platz.

Stand: 16.07.2015

Entwurf einer Schneewittchen-Skulptur für Lohr am Main | Bild: Peter Wittstadt

Mit 18:2 Stimmen hat sich der Stadtrat am Mittwochabend (15.07.15) für den Standort vor der Stadthalle ausgesprochen. Wenn im kommenden Jahr die Sanierung des Vorplatzes abgeschlossen ist, soll die rund drei Meter hohe Bronzefigur mit den fliegenden Zöpfen aufgestellt werden – voraussichtlich im Herbst 2016.

Stele kommt neben das Schneewittchen

Diese Stele bekommt einen Platz neben der Skultpur.

Noch ist das umstrittene Werk nicht gegossen, denn die Vertragsverhandlungen in Tschechien über den Werkvertrag laufen noch immer.

Mehrheitlich abgelehnt hat der Stadtrat, vier vom Künstler ausgewählte Motive zum Thema Schneewittchen mit Gussplatten in den Boden einzulassen. Stattdessen wird nun eine ebenfalls vom Künstler entworfene Stele aufgestellt.

"Ich kann ja nicht über ein halbes Jahr umsonst arbeiten und dann kommt die Stadt und sagt, wir wollen die Skulptur jetzt doch nicht mehr."

Peter Wittstadt, Bildhauer aus Karlstadt

Hintergrund des "Schneewittchen-Streits"

2014 hatte die Stadt Lohr einen "Schneewittchen"-Kunstpreis ausgeschrieben. Peter Wittstadt setzte sich mit seiner kleinen Bronzefigur gegen 26 Bewerber durch. Im Haushalt waren für das Projekt 18.000 Euro vorgesehen – doch tatsächlich kostet das preisgekrönte Kunstwerk die Stadt rund 110.000 Euro. Als der Künstler im Herbst 2014 ein drei Meter hohes Gipsmodell der geplanten Skulptur anfertigte, entfachte er eine große Diskussion unter den Bürgern  - und damit ein bundesweites Medien-Echo. Die im Stil des Primitivismus gestaltete Optik der Skulptur fanden viele schlichtweg hässlich. Im November 2014 beschloss der Stadtrat schließlich, dass Wittstadts Schneewittchen definitiv realisiert wird. Dabei ging es aber weniger um den Geschmack als vielmehr um die rein rechtliche Seite.

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Mathias, Sonntag, 31.Mai, 13:40 Uhr

40. Schneewittchen / Lohr

Sprechen gerade beim Geburtstag mit einer Freundin aus Unterfranken über die Schneewittchen-Figur von Lohr.
Selten so gelacht!

Werner Wolf, Sonntag, 22.März, 21:27 Uhr

39. Wittstatts Wittchen

Wer in der Lage Figuren zu gestalten, die Kinder für ein Schaf hielten andere für den Versuch die Medusa halten, ist wohl kein naiver Künstler, sondern eher ein am Geld interessierter Dilettant, dem sechs "Polit-Kunst-Experten" einen 6-stelligen Auftrag trotz eines Haushaltsansatz von 18000€ und eines gegenteiligen Bürgerwillens erteilten. Nachdem diese "Kunst-Experten" die verrmeintlich besten 5 Vorschläge ausgewählt hatten, ließen sie das Volk wählen. Die Mehrheit wählte Wittstatts Waldschrat weder auf den dritten noch auf den zweiten, geschweige denn auf den ersten Platz, sondern auf den 4.von 5 möglichen. Doch die Polit-Kunst-Experten hatten zuvor festgelegt, dass Volkes Wille nur eine Stimme hat, während jeder der sechs "Experte" ebenfalls eine hat, so dass nur bei einem Stimmensplitt der "Experten" Volkes Wille eine Rolle gespielt hätte, man kann wohl behaupten, dass das preußische Dreiklassenwahlrecht demokratischer war...Darum weiter "avanti dilletanti"!

Fritzsche Ditmar, Mittwoch, 04.Februar, 12:55 Uhr

38. Schneewittchen

Warum in Bronze giessen? Macht die Skulptur aus Plastik, dann ist sie leichter zu transportieren und kann auf den Volksfesten in der Geisterbahn ausgestellt werden.

Tobias Scherg, Dienstag, 03.Februar, 08:24 Uhr

37. besser gehts nicht....

....super Sache, ich könnte mir keine bessere Werbung für Lohr vorstellen. Seid froh über diese tolle Skulptur....

Werner A. Krause, Sonntag, 04.Januar, 19:44 Uhr

36. Beliebigkeit statt Kunst

Kunst muss imstande sein, zu provozieren und Kritik auszuhalten. Aber handelt es sich bei diesem wahrhaft primitiven, hässlichen Objekt wirklich um Kunst oder nicht doch um Scharlatanerie? Allein die Kosten und Folgekosten sind schon derart immens, dass es einfach Kunst sein muss (darauf werden die Befürworter auch bestehen, komme da was wolle). Ich persönlich würde dieses - Ding - weder im Garten noch sonstwo aufstellen, einfach deswegen nicht, weil einfach nicht erkennbar ist, dass eine künstlerische Inspiration vorliegt, die handwerklich bewusst so umgesetzt worden ist. Das Ganze wirkt auf mich eher wie der Versuch von Kleinkindern, quasi aus dem Stehgreif aus einer Masse etwas formen zu wollen, ohne hierbei ein wirkliches Ziel zu verfolgen. Ich bin eher dem Modernen als dem Tradionellen zugeneigt und mag daher auch abstrakte Kunst, aber in diesem Falle gelingt mir dies überhaupt nicht. Viel Geld für ein belangloses Objekt - meine Meinung, auch nach mehrmaligem Betrachten der Bilder. Wirklich schade, dass eine im Grunde gute Idee durch eine solche Umsetzung ad absurdum geführt worden ist. Vielleicht haben die Verantwortlichen Glück, dass durch die öffentliche Berichterstattung genügend Geld zurückfließt, damit es wenigstens für eine Teilkompensation der Kosten reicht. Der Erschaffer dieses Objekts jedenfalls hat gutes Geld verdient - Kunst hin oder her. Vielleicht war Schneewittchen ja wirklich ein Drache?