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Schaeffler-Werk Elfershausen Landtag: Politik kann Erhalt nicht garantieren

Die drohende Schließung des Schaeffler-Werks im unterfränkischen Elfershausen hat am Vormittag den Landtag beschäftigt. In der Elfershäuser Schwedenberghalle hatte außerdem eine nichtöffentliche Betriebsversammlung stattgefunden.

Stand: 01.12.2016

Im Wirtschaftsausschuss wurden dazu drei Dringlichkeitsanträge von SPD, CSU und Freien Wählern behandelt. Annette Karl von der SPD forderte die Staatsregierung auf, alles zu tun, um den Standort zu erhalten. So müsse die Regierung mit dem Unternehmen reden und darauf hinweisen, dass es einen Beschäftigungssicherungsvertrag mit den Mitarbeitern gebe.

"Natürlich gibt es die Freiheit der unternehmerischen Entscheidung und die Freiheit von Tarifentscheidungen. Es ist richtig: Wir können das als Politik nicht verlangen oder durchsetzen, auch die Staatsregierung nicht."

Annette Karl (SPD) zu Schaeffler

Auch der unterfränkische CSU-Abgeordnete Sandro Kirchner bekräftigte, einen Erhalt des Schaeffler-Werks könne die Politik nicht garantieren. Das wäre unehrlich. Kirchner ist Abgeordneter im betroffenen Stimmkreis Bad Kissingen. Er forderte die Staatsregierung auf, die Weiterentwicklung der Region voranzutreiben. Sie könne darauf hinwirken, dass sich dort neue Technologiefelder ansiedeln.

"Dass man versucht, neue Zukunftspotentiale zu erschließen, damit auch neue Arbeitsplätze in der Region wieder entstehen können. Und dass auch die Region weiterhin Unterstützung erfährt in der Weiterentwicklung dieser Arbeitsplätze."

Sandro Kirchner (CSU) zu Schaeffler

Als Gesundheitsregion müsse beispielsweise die Telemedizin weiter ausgebaut werden, so Kirchner. Die Anträge von CSU und SPD wurden fraktionsübergreifend einstimmig angenommen. Der Antrag der Freien Wähler wurde abgelehnt.

Betriebsversammlung in Elfershausen

Die 280 Schaeffler-Mitarbeiter waren vor drei Wochen über die drohende Schließung des Produktionsstandortes zum Jahresende 2017 informiert worden. Zu der nicht-öffentlichen Betriebsversammlung in der Schwedenberg-Halle waren laut dem Betriebsratsvorsitzenden Michael Walter unter anderem der Bad Kissinger Landrat Thomas Bold, der Personalleiter für die deutschen Schaeffler-Werke, Lothar Langer und der Geschäftsbereichsleiter Till Scharf eingeladen. Wie berichtet will Schaeffler das 1950 errichtete Werk schließen und die Fertigung an Werke in der Slowakei, Portugal und Schweinfurt verlagern. 

Verzicht der Mitarbeiter

Aus Sicht des Betriebsrats sind die Schließungspläne nicht nachvollziehbar. Das Werk schreibe schwarze Zahlen. Um den Standort zu sichern, hatte die Belegschaft vor zehn Jahren sogar akzeptiert, bei geleisteten 40 Stunden in der Woche nur 35 vergütet zu bekommen. Laut Walter hat jeder Mitarbeiter rechnerisch seit zehn Jahren eineinhalb Jahre ohne Lohn gearbeitet. Die Belegschaft habe dem Unternehmen so bislang rund 17 Millionen Euro an Personalkosten gespart.


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Kommentare

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Leser, Montag, 05.Dezember, 07:06 Uhr

4. Hasardeure

@tree
Unglaublich aber leider wahr. Geld verdirbt bekanntlich den Charakter. Und bei schaeffler in besonderem Maße ??

tree, Freitag, 02.Dezember, 18:41 Uhr

3. Politik kann Erhalt nicht garantieren

Arbeit bei Schaeffler hat uns nicht nur arm sondern krank gemacht. Und wenn man auf die dort herrschenden Mißstände und Manipulationen hinweist, schweigt Frau Schaeffler aus Herzogenaurach und beantortet unsere verzweifelten Hilferufe nicht . Beschämend, aber selbst die IGM ist hier nicht unschuldig sondern Mittäter. Manchmal glaube ich, dass sogar unsere ignorante und korrupte Politik die Gewerkschaften und Betriebsräte bestochen hat, damit es so weiter läuft. Bei Schaeffler auf jeden Fall. Denn was dort seit vielen Jahren los ist, wird alles verschwiegen, sogar der Presse ein Maulkorb verpasst (dafür ist Geld da). Vielleicht hat Frau Ilse Aigner endlich die Lage dort richtig erkannt, wenn es stimmt, dass sie die Frühstücksmanagerin neulich ausgeladen hat. Denn Frau Schaeffler gehört nicht nur ausgeladen sondern verklagt zu werden. Und ich meine damit ernst.

AH, Donnerstag, 01.Dezember, 15:38 Uhr

2. Vertragserfüllung

Ist ja nett, das der Betriebsrat jetzt drauf aufmerksam macht, das die Belegschaft 1,5 Jahre ohne Lohn gearbeitet hat.
Sind denn bei den errechneten Personalkosten die Arbeitgeberanteile zur SV auch mit berücksichtigt. Außerdem fehlen jedem Arbeiter demnach 1,5 Jahre Rentenbeitrag.
Der vor 10 Jahren mit dem Arbeitgeber geschlossene Vertrag beinhaltet doch sicherlich was passiert, wenn sich der Arbeitgeber nicht daran hält.

Wenn nicht, sollten die Betriebsräte für den Schaden aufkommen. Denn dann haben sie nicht im Sinne der Arbeitnehmer gehandelt.

wuschel, Donnerstag, 01.Dezember, 14:00 Uhr

1. Wat solls

Wenn ich mich recht erinnere haben gerade FDP und CDU/CSU von einer -Sozialen Hängematte- in Punkto Hartz 4 gelabert.
Also niemand braucht also Angst zu haben seinen Job zu verlieren.
Freut Euch.