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Urteil in Schweinfurt Waffen-Bastler zu Freiheitsstrafe verurteilt

Wegen Verstößen gegen das Kriegswaffen- und das Waffengesetz hat das Landgericht Schweinfurt einen 26-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre gefordert.

Stand: 26.02.2016

Hauptangeklagter im Prozess um Waffenhandel am Landgericht Schweinfurt | Bild: BR-Mainfranken/Norbert Steiche

Der zweite Angeklagte, ein 56-Jähriger, der ohne entsprechende Erlaubnis Munition erworben und zum Weiterverkauf an den Hauptangeklagten weitergegeben hatte, wurde zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Diese Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Den dritten Angeklagten, einen 25-Jährigen, der die Waffen und die Munition für den Hauptangeklagten aufbewahrt hatte, verurteilte das Gericht zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 20 Euro. 

Große Razzia an der Fachhochschule


Der 26-Jährige aus dem Raum Karlstadt hat zwischen Januar 2013 und Januar 2015 Dekorations-Maschinenpistolen und andere Pistolen zu scharfen Waffen umgebaut. Diese hat er an Abnehmer in Deutschland und im europäischen Ausland verkauft, und zwar übers "Darknet" – ein "verborgenes" Internet, über das oft Kriminelle ihre Geschäfte abwickeln.

Der Mechatronik-Student war im Rahmen einer groß angelegten Razzia vor einem Jahr an der Fachhochschule (FH) Schweinfurt festgenommen worden. Anschließend hatte die Polizei elf Wohnungen durchsucht und fünf Leute festgenommen. Die Beamten stellten neben Kurzwaffen auch mehrere tausend Schuss Munition sicher. Der Student gilt als Waffennarr und soll unter Kommilitonen geprahlt haben, wie leicht es sei, eine Schreckschusspistole zu einer scharfen Waffe umzubauen und über das Internet zu verkaufen.

"Es war auch ein Nervenkitzel dabei und ein angenehmer Ausgleich zum Lernen."

Angeklagter vor Gericht

26-Jähriger hat Waffen über Paketbox verschickt

Die Polizei war dem Mann über Scheinkäufe in England auf die Spur gekommmen. Er verschickte die Waffen meist zum Preis von bis zu 2.500 Euro je Waffe jeweils über eine Paketbox in der Schweinfurter Innenstadt.

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