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Großeinsatz in Schweinfurt Flüchtlinge bewerfen Polizisten mit Steinen und Fahrrädern

In Schweinfurt ist ein Routine-Einsatz eskaliert: Bewohner einer Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber haben acht Polizisten Prellungen und Bisswunden zugefügt. Drei der Beamten waren danach dienstunfähig. Eigentlich sollten sie mögliche Fahrraddiebstähle aufklären.

Stand: 30.08.2017

Blaulicht eines Polizeiautos | Bild: Bayerischer Rundfunk

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken heute berichtet, waren Erwachsene und selbst Kinder am Montag zum Angriff übergegangen, als zwei Streifenbeamte einem Hinweis des Sicherheitsdienstes nach gehen wollten. Sie wollten die Aufnahmeeinrichtung nach gestohlenen Fahrradteilen durchsuchen. Als sie mit der Durchsuchung begannen, wurden die Beamten mit Steinen aber auch mit Fahrrädern beworfen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienst wurde von einem Kind mit einem Messer leicht am Arm verletzt.

Auch eine junge Frau und Kinder unter den Gewaltbereiten

Um die Situation zu beruhigen, wurden an der Flüchtlingsunterkunft bis zu 20 Streifenwagen zusammengezogen. Dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz . Die Beamten nahmen mehrere Bewohner vorläufig fest und gewaltbereite Kinder in Gewahrsam. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnte ein Großteil der Personen wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Eine 18-Jährige und ein 15-Jähriger kamen aufgrund psychischer Auffälligkeiten in ein Bezirkskrankenhaus beziehungsweise eine Jugendpsychiatrie. Die weitere Betreuung der Kinder übernahm der soziale Dienst der Erstaufnahmeeinrichtung.

Die Ermittlungen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Gefangenenbefreiung und weiterer Delikte führt derzeit die Polizeiinspektion Schweinfurt.


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