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Sicherheitsbericht der Polizei Flüchtlinge bringen keine Kriminalität

Rund 62.500 Straftaten hat die Polizei in Unterfranken im vergangenen Jahr gezählt. Das bedeutet einen Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings können diese Zahlen täuschen.

Stand: 24.03.2016

Gerhard Kallert, der unterfränkische Polizeipräsident, versicherte bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik, dass sich die Menschen in Unterfranken noch sicherer fühlen können als im Vorjahr. Zieht man von den etwa 62.000 Straftaten die Verstöße gegen ausländerrechtliche Vorschriften bei der Einreise nach Deutschland und dem Aufenthalt ab, dann ergibt sich eine Zahl von rund 51.500 Verstößen. Das würde dann einen Rückgang der Kriminalität um 3,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014 bedeuten.

Straßen wurden sicherer

Besonders im Bereich der Straßenkriminalität sind die Verstöße stark zurückgegangen, berichtete Kallert. Ähnlich sieht es im Bereich der Körperverletzungsdelikte aus. Mit einer Aufklärungsquote von 62,8 Prozent, das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr, belegt Unterfranken damit den Spitzenplatz im gesamten Freistaat.

Vermehrt politisch motivierte Delikte

Gerhard Kallert, Polizeipräsident in Unterfranken

Bei Delikten, die einen politisch motivierten Hintergrund ausweisen, stiegen die Zahlen. Besonders durch die polarisierende Flüchtlingskrise kam es vermehrt zu Straftaten. Hier verzeichnete die Polizei einen Anstieg von über 30 Prozent. Die überwiegende Zahl der Täter stammte nach Angaben der Polizei aus dem rechten Spektrum. Hauptsächlich handelte es sich hier um Hassbotschaften im Internet oder Hakenkreuzschmierereien. Ob das Feuer in einer Asylbewerberunterkunft in Waldaschaff im Landkreis Aschaffenburg auch auf eine rechtsradikale Motivation zurückzuführen ist, konnte nicht geklärt werden, bestätigt Kallert.

Zunahme der Bandenkriminalität

Laut Kallert nimmt die Zahl der Wohnungseinbrüche vor allem durch Bandenkriminalität zu. Diebstahlsdelikte insgesamt werden allerdings immer weniger. Delikte im Bereich sexueller Gewalt vermindern sich um zwölf Prozent. Bei den etwa 51.000 üblichen Straftaten in Unterfranken wurden etwa 2.000 durch Zuwanderer verübt. Bei der Hälfte der Fälle handele es sich hier um Schwarzfahrten oder Ladendiebstahl. Oft kam es darüber hinaus zu Körperverletzungen unter den Flüchtlingen auf Grund von Schlägereien. Sexuelle Übergriffe aus Gruppen, ähnlich der Silvesternacht in Köln, wurden in Unterfranken zu keinem Zeitpunkt verzeichnet.


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