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Zukunft der Pfarreien Laien des Bistums Würzburg fordern Diözesansynode

Die Zukunft der Pfarreien im Bistum Würzburg soll in einer Diözesansynode geklärt werden. Das hat der Diözesanrat, das oberste Laiengremium der Diözese, bei seiner Herbstvollversammlung im Würzburger Exerzitienhaus Himmelspforten am Wochenende beschlossen.

Von: Eberhard Schellenberger

Stand: 17.10.2016

Dom St. Kilian in Würzburg | Bild: picture-alliance/dpa

Das Laiengremium bittet Bischof Hofmann, das Anliegen einer solchen Synode in die Empfehlungen aufzunehmen, die er nach eigenem Bekunden seinem Nachfolger an die Hand geben wolle. Die Amtszeit des Bischofs endet im kommenden Jahr.

Zwei Modelle zur Erprobung

Thomas Keßler, Generalvikar des Bistums Würzburg

Weiter stimmte die Versammlung dafür, zwei Modelle zur zukünftigen Leitung und Verantwortung in Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften zu erproben. Ein Vorschlag sieht vor, dass engagierte Frauen und Männer gemeinsam Verantwortung und Leitung für ihre Gemeinde übernehmen, die Teil eines größeren pastoralen Raums ist, beispielsweise einer Pfarreiengemeinschaft. Dazu werden diese Gemeindemitglieder vom Bischof als Bezugspersonen für ihre Gemeinde beauftragt. Als weiteres Modell sollen pastorale Koordinatoren in großen Pastoralen Räumen erprobt werden. Frauen und Männer mit pastoralen, pädagogischen oder sozialen Grundberufen (Gemeinde- oder Pastoralreferenten, Sozialpädagogen) sollen mit ihren Erfahrungen, Kompetenzen und Charismen die Pfarrer in deren Leitungsaufgaben unterstützen.

Generalvikar Thomas Keßler betonte, dass er gegen ein Nebeneinander verschiedener Rechtskonstruktionen für die neu zu gliedernden Pastoralen Räume sei. "Wir werden einen solchen Weg nicht gehen." Verschiedene Strukturmodelle nebeneinander könnten sonst ein Durcheinander zur Folge haben.

"Das führt dann bei der Ausbildung der Seelsorger, bei der Verwaltung und nicht zuletzt bei den Gläubigen selbst zu Verwirrung."

Generalvikar Thomas Keßler

Kirchenrechtler mahnt zur Vorsicht

Kirchenrechtler Thomas Schüller

Als "sehr ambitioniert" und einen "Crashkurs" bezeichnete der Kirchenrechtler Professor Schüller die Zielvorgabe, die derzeit in Würzburg im Raum stehe. "Sie haben erst vor wenigen Jahren aus über 600 Pfarreien rund 180 Pfarreiengemeinschaften gemacht. Und daraus sollen jetzt 40 Pfarreien werden." Deutschland sei mit seiner kleinteiligen Pfarreienlandschaft weltweit ein Unikat.

"Ich rate aber dazu, immer gut zu überlegen, ob es gut ist, etwas zu zerschlagen, das schon Pest, Kriege und Jahrzehnte ohne einen Pfarrer überstanden hat."

Kirchenrechtler Thomas Schüller

Eindringlich warnte Schüller davor, alle Planungen nur im Blick auf den Priestermangel zu betreiben. "Wir sollten nicht glauben, dass es keine Berufungen mehr gibt."




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Muttzier, Sonntag, 16.Oktober, 19:48 Uhr

1. Zukunft der Pfarreien

Ich schließe mich dem Kirchenrechtler Thomas Schüller an. Diese Pfarreiengemeinschaften entzweien doch mehr die Gläubigen, als sie zu vereinen.
Früher hatte jede Pfarrei ihren eigenen Priester, den Pfarrgemeinderat und u.a. eine gesunde Jugendbewegung (Jugendarbeit).
Jetzt fühlt sich doch fast keiner mehr dafür zuständig. Es ist eine Zersplitterung und keine Gemeinschaft mehr. Mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da. Und der Beispiele gibt es genug!