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Orgelbau und -musik sind immaterielles Kulturerbe Unterfränkische Orgelbauer freuen sich über Unesco-Entscheidung

Die unterfränkischen Orgelbauer freuen sich: Der deutsche Orgelbau und die Orgelmusik sind in die Uneso-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. In der Rhön und im Main-Spessart ist der Orgelbau noch sehr lebendig.

Stand: 07.12.2017

Orgelbauer Thomas und Herbert Hey (rechts) aus Urspringen | Bild: picture-alliance/dpa

Herbert Hey führt einen Orgelbau-Betrieb in Urspringen. Er freut sich sehr, dass der Deutsche Orgelbau von der Unesco in die Liste der immateriellen Kulturerbe der Menschheit aufgenommen wurde:

"Es ist ein großer Tag für den Orgelbau und auch der Orgelmusik."

Herbert Hey, Orgelbauer aus Urspringen

Herbert Hey führt seinen Betrieb in der sechsten Generation. Er ist mit dem Orgelbau aufgewachsen. "Täglich war man von Kindesbeinen auf mit dem Orgelbau verbunden," so Hey. Vor allem das große Betätigungsfeld, das der Orgelbau bietet, hat ihn immer wieder begeistert. Man habe mit vielen Handwerkstechniken und Werkstoffen zu tun, erklärt der Orgelbauer. Grundvoraussetzungen für den Beruf sind laut Hey handwerkliches Geschick, Musikalität und die Liebe zum Instrument. Neben Orgelbau Hey gibt es in der Rhön noch Orgelbau Hoffmann & Schindler in Ostheim v.d. Rhön.

Im Landkreis Main-Spessart gibt es ebenfalls zwei Orgelbau-Betriebe. Beide sind in der Marktgemeinde Zellingen ansässig. Hier freut der 86-jährige Orgelbaumeister Norbert Krieger über die Nachricht. Er hat seinen Betrieb mit der gleichnamigen Firma Krieger 1992 an seinen Neffe übergeben. Dieser ist allerdings nur noch mit Reparaturen und Inspektionen von Orgeln beschäftigt. Der hochbetagte Norbert Krieger dagegen ist auch heute noch Orgelbauer und baut aktuell aus gebrauchten Teilen eine Orgel zusammen. Über die Unesco-Entscheidung sagt er:

"Es ist die Anerkennung unseres Berufs."

Orgelbaumeister Norbert Krieger aus Zellingen

Norbert Krieger hatte als Schreiner begonnen und dann Orgelbauer gelernt. Eine Berufung war es schon immer, denn Krieger konnte schon vorher Orgel spielen. Und als solcher ist er auch heute noch in seiner Heimatgemeinde, in Mühlbach und Karlburg, unterwegs. In vielen Orten hat er die Orgel gespielt, selbst in Würzburg. Ihn hat immer das faszinierende, komplexe Handwerk interessiert – das habe viel mit dem Künstlerischen und auch mit der Architektur zu tun gehabt. Schließlich musste in den meisten Fällen eine Orgel in eine Kirche passen. Mit Martin Karle vom Orgelbau Weiß gibt es sagar noch einen weiteren aktiven Orgelbauer in Zellingen.

Orgeln in Deutschland

In Deutschland stehen über 50.000 Orgeln. 400 Orgelbau-Betriebe beschäftigen in der Bundesrepublik über 2.800 Menschen. Deutschland zählt weltweit zu den wichtigsten Ländern für Orgelbau und -musik. Dass der Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland auf die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden, entschied das Unesco-Komitee am Donnerstag (07.12.17) auf seiner Sitzung im südkoreanischen Jeju.


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